Josef Wurm
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Josef Wurm verschränkt in seinen Gemälden die Anatomie des menschlichen Körpers mit der Topografie von Landkarten. Die Vermessung der Welt trifft auf die Durchleuchtung des Menschen. Seine Werke sind kritische Gesellschaftsanalysen, die in das Innerste vordringen, in die Eingeweide des menschlichen Zusammenlebens, in die Anatomie sozialer Ordnungen, zu den rudimentären Elementen, die Körper und Schrift konstituieren und dadurch Wirklichkeit festschreiben. Wurm bricht die Konstruktion von Wirklichkeit auf, nimmt ihre Ordnung auseinander, seziert die Verfasstheit von Gesellschaft und legt sie gleich einem aufgeschlitzten Leib offen. Er belässt es aber nicht bei einer schonungslosen und drastischen Vivisektion, sondern entwickelt durch Variation, Kombination und Permutation neue Konfigurationen. Diese alternativen Kompositionen darf man nicht als Handlungsanweisungen für nonkonformistische Lebensentwürfe oder neue Gesellschaftsordnung missverstehen. In ihnen kommt jedoch die stete Reflexion, der beharrliche Blick unter die Oberfläche und das authentische Begehren, etwas ändern zu wollen, zum Ausdruck, die als Impuls und Auftrag für den Betrachter bzw. die Betrachterin gelten können. Wurms Werke scheinen etwas zu präfigurieren, das dräuend in der Luft liegt, sich aber noch nicht in Worte fassen lässt.
Kurzbiografie:
Josef Wurm: *1984 in Fürstenfeld/Steiermark. Seit 2010 freischaffender Künstler in Graz, von 2013 bis 2020 in Budapest, lebt und arbeitet heute wieder in Österreich.Internationale Ausstellungen und Kunstmessen wie z.B. im Austrian cultural forum New York, Istanbul, Stockholm, Berlin, Maribor und diverse Solo Ausstellungen in Graz, Wien, Budapest, Bukarest.2021 und 2022 Stipendium „Kunstraum Steiermark“, 2022 Kunstförderpreis der Stadt Graz, diverse Ankäufe durch Museen.