Indigener Widerstand – On Screen
Film Geschichte Diskussion Screening
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Diese Filmvorführung ergänzt die Ausstellung Blutregen: Fotografie und Waffenhandel, indem sie einen der wenigen Filme aus der Filmsammlung des WMWs präsentiert, in dem der Widerstand der indigenen Bevölkerung überhaupt sichtbar wird. Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit der Kuratorin statt.
Bougainville: Scratching the Surface ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 1969, der von der Australian Broadcasting Corporation (ABC) produziert wurde und sich mit Konflikten rund um den Bergbau und die Ausbeutung von Ressourcen auf Bougainville, einer autonomen Region Papua-Neuguineas im Pazifik, auseinandersetzt.
Zu Kontext: In den 1960er Jahren entdecken australische Geolog*innen Kupfervorkommen in der Crown Prince Range im Zentrum von Bougainville. Die Abbaurechte werden an die Bougainville Copper Limited (BCL), eine Tochtergesellschaft des multinationalen Bergbaugiganten Rio Tinto, vergeben. Die indigenen Landbesitzer*innen protestieren vehement gegen die Enteignung ihres angestammten Landes, doch ihre Bedenken werden von der australischen Kolonialverwaltung beiseitegeschoben. Der Widerstand der indigenen Bevölkerung gipfelte 1989 in der erfolgreichen Sabotage und Schließung der gigantischen Panguna-Kupfermine durch die einheimische Gruppe BRA (Bougainville Revolutionary Army). Dieser Akt des Protests entfachte einen blutigen, jahrzehntelangen Unabhängigkeitskrieg gegen Papua-Neuguinea (PNG), aus dem die Insel schließlich mit einem weitreichenden Autonomie-Status hervorging. Nach einer historischen Volksabstimmung im Jahr 2019, bei der eine überwältigende Mehrheit von 98 Prozent für die vollständige Abspaltung von PNG stimmte, plant die autonome Regierung heute die Wiedereröffnung der Mine unter eigener Kontrolle.
Bei dieser Führung wird die Ausstellung “Blutregen” besucht.