In person: Eve Heller

Öffentlichkeit Screening
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1 Termin im Archiv
Dienstag 27. März 2018

In person:
Eve Heller

Die Filme der unabhängigen US-Filmemacherin Eve Heller zeichnet eine Flüchtigkeit aus, die den Blick ständig entgleiten lässt - ähnlich den klaren und doch fragmentierten Bildern eines Traums. Flirrendes Licht, Mehrfachbelichtungen, das Korn der Emulsion (stark vergrößert durch den optical printer) und bisweilen verlangsamte Bewegungen unterstreichen diesen Effekt.

Arbeitet Heller mit Found Footage, dann legt sie nicht nur latente Inhalte der ursprünglichen Dramaturgie frei (Last Lost), sie schafft auch völlig neue poetische Assoziationsräume (Her Glacial Speed), und dies durchaus humorvoll (Ruby Skin). Selbst in ihrem semi-dokumentarischen Film Astor Place - aufgenommen mit versteckter Kamera durch das verspiegelte Schaufenster eines Cafés -­ findet sich dieser lyrische Aspekt. Die vorbei defilierenden Passanten scheinen einer verborgenen Choreografie zu gehorchen, als wären sie Teil einer geheimnisvollen Inszenierung. Behind This Soft Eclipse wiederum pendelt mit komplex verschachtelten Aufnahmewinkeln zwischen den parallelen Welten von Tag und Nacht, positiven und negativen Bildern, festem Boden und unter Wasser. Hier präsentiert sich die Filmemacherin endgültig als eine Zauberin des Lichts.

Eve Heller wurde 1961 in den USA geboren und studierte in Buffalo und an der New York University. Als Kind eines österreichischen Vaters, der 1938 vor den Nazis emigrieren musste, und einer deutschen Mutter wuchs sie zweisprachig auf und studierte neben Film auch deutsche Literatur. Ihren Master of Fine Arts (MFA) erwarb sie am renommierten Bard-College. Zu ihren Lehrern zählten Peter Hutton, Paul Sharits, Tony Conrad, Peggy Ahwesh und Abigail Child. Drei frühe Arbeiten aus dieser Studienzeit wurden nun von Super 8 auf 35mm transferiert und werden während der Personale im Filmmuseum erstmals öffentlich gezeigt. (Brigitta Burger-Utzer)

Ein gemeinsames Programm von sixpackfilm und dem Österreichischen Filmmuseum

Filme von Eve Heller

Last Lost (1996) s/w, 14 min
Her Glacial Speed (2001) s/w, 5 min
Astor Place (1997) s/w, 10 min
Behind This Soft Eclipse (2004) s/w, 10 min
One (1978/2009) s/w, 2 min
Self-Examination Remote Control (1981/2009) Farbe, 5 min
Juice (1982/2009) s/w, 4 min
Ruby Skin (2005) Farbe, 5 min

Im Anschluss: Publikumsgespräch mit Eve Heller

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