Imagining Queer Utopia

From Ego to Eco
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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2 Termine
Donnerstag 26. Februar
26. Feb.
Do
Eröffnung
Imagining Queer Utopia
Freitag 27. Februar - Sonntag 21. Juni
Fr 27. Feb. -
So , 21. Juni
Ausstellung
Imagining Queer Utopia

Diese Utopie hat kein Zentrum – keinen Kopf, keine Autorität.
Der Mensch nimmt keine privilegierte Position über der Welt ein; er ist weder ihr Herrscher noch ihr Maßstab. Er existiert als Teil einer Collage aus Körpern, Materialien und Kräften – verflochten, voneinander abhängig und durch Beziehungen in ständiger Transformation.

Es gibt kein getrenntes, stabiles „Selbst“ — keine reine Kultur, Nation, race oder auch nur einen Organismus als in sich geschlossenes Ganzes. Selbst Materie ist instabil: Sie existiert in mehreren potenziellen Zuständen, ist permanent verschränkt, vibrierend und kollidierend. Menschen sind ökologische Assemblagen, zusammengesetzt aus Billionen von Mikroben. Selbst unsere Zellen sind hybrid – Mitochondrien waren einst eigenständige Bakterien. Und all das kratzt kaum an der Oberfläche der Kräfte, die uns ausmachen.

Werden statt Sein
Wenn das Selbst niemals fixiert ist, dann ist es auch das Begehren nicht. Begehren – vorsubjektiv – fließt frei durch Körper, Begegnungen und soziale Gefüge. Es muss sich nicht in vorgeschriebene Identitäten einfügen – Mann oder Frau, cis oder trans, hetero, schwul, bi, ace, top oder bottom, Schwarz, Braun, Weiß und so weiter und so weiter. Die Behauptung „Ich bin X“ kann Begehren einfrieren und den Fluss von Neugier und Möglichkeiten unterbrechen. Sie riskiert, gelebte Empfindungen durch Identität als Verpflichtung zu ersetzen, den Reichtum tatsächlicher Erfahrung Skripten und Etiketten unterzuordnen und das Leben in Pflicht statt in gelebte Intensität zu verwandeln. Was wäre, wenn wir – statt sofort zu benennen oder zu urteilen – dem Begehren einfach folgten und das Leben vollständig spürten, selbst dann, wenn es uns desorientiert oder verunsichert?

Gegen Regime der Identität
Faschismus und Kapitalismus stützen sich auf Identitäten, die durch Konsum, Wettbewerb und Zugehörigkeit geformt sind und in binären Gegensätzen wurzeln — Selbst/Andere, Mensch/Natur, männlich/weiblich, innen/außen, Nation/Fremde. Diese vorhersehbaren Formen ordnen, hierarchisieren und disziplinieren; sie beschränken das Begehren, verengen die Vorstellungskraft und beugen Körper zur Gehorsamkeit. Identität fungiert als Filter und Kanal: Sie fängt Affekte und Begehren ein, formt sie zu sozial akzeptablen Gestalten und kappt dabei ihren Überschuss, ihre Intensität und ihre Wildheit.

Fluides Selbst und die Politik des Begehrens
Im Gegensatz dazu ruft dieses utopische Projekt das fluide Selbst und das Begehren auf — relational, instabil und stets im Werden. Queeres Begehren wird politisch, weil es sich weigert, auf statische Identitäten, normative Skripte, Produktivitätsregime oder utilitaristische Logiken festgelegt zu werden. Es läuft über, tropft, leckt und spritzt über Grenzen hinweg, kontaminiert, verschmiert und beschmutzt die faschistische Fantasie der Reinheit – und sickert in chaotische, wilde und unvorhersehbare Weisen des Lebens, Liebens und Sich-Beziehens.

Die Arbeiten dieser Ausstellung verkörpern diesen Überschuss. Körper, Objekte und Landschaften verschmelzen, mutieren und fließen ineinander, bilden hybride Gebilde, die binäre Ordnungen und egozentrische Erzählungen hinter sich lassen. Was sich entfaltet, ist ein Tableau queerer Öko-Mythologie, bevölkert von seltsam geformten Wesen, Anomalien und Ausgestoßenen. Im Bruch mit anthropozentrischer Logik laden sie uns ein, zu verlernen, abzudriften und die Strukturen der Unterdrückung zu verlernen und abzubauen. Macht euch bereit, verwirrt zu werden – auf Streifzug mit wilden Wesen, die sich der Einhegung widersetzen und das Vorstellbare neu schreiben.

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