IIPM – International Institute of Political Murder: Hate Radio

Darstellende Kunst Performance Installation
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„Es ist ein gespenstischer Abend. Was hier geschieht,
ist ein atemberaubender Perspektivwechsel, wie er so nur im Theater möglich ist. So ist Theater kein bloßes Transportmittel dokumentarischen Materials, sondern wird als Medium selbst Ort der Aufklärung.“ Süddeutsche Zeitung

brut startet mit der Theatersensation HATE RADIO in die neue Spielzeit. Nach weltweiten Tourerfolgen u. a. in Ruanda, Deutschland, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden wurde HATE RADIO zum Theatertreffen 2012 in Berlin eingeladen und gastiert nun zum ersten Mal in Wien.

In den Monaten April, Mai und Juni 1994 wurden in dem zentralafrikanischen Staat Ruanda schätzungsweise zwischen 800 000 und 1 000 000 Angehörige der Tutsi-Minderheit sowie Tausende gemäßigter Hutu ermordet. Die Hilfsmittel, mit denen Menschen jeden Alters und Geschlechts erniedrigt und zu Tode gebracht wurden, waren denkbar einfach – Macheten, Knüppel, einige wenige Gewehre. Doch das wohl wichtigste Instrument des Genozids war das „Radio-Télévision Libre des Mille Collines“ (RTLM). Hätte man ein einfaches und wirkungsvolles Ziel gesucht, um den Genozid in Ruanda zu verhindern, schrieb der US-amerikanische Journalist Philip Gourevitch, wäre der Radiosender RTLM ein guter Anfang gewesen. Mit unbeschreiblichem Zynismus hatten die MitarbeiterInnen des populären Senders den Völkermord monatelang wie eine Werbekampagne vorbereitet. Das Programm bestand aus Popmusik, packenden Sportreportagen, politischen Pamphleten und an Verachtung nicht zu überbietenden Mordaufrufen. Die Grooves der neuesten kongolesischen Bands und aggressivste Rassenkunde vereinten sich hier auf wenigen Quadratmetern zu einem düsteren Laboratorium rassistischer Ideologie. Das Projekt HATE RADIO lässt RTLM in originalgetreu nachgebauten Kulissen wieder live auf Sendung gehen. Im Mittelpunkt von HATE RADIO stehen das Reenactment einer Sendung von RTLM und ihre ModeratorInnen – drei extreme Hutu und der weiße Italobelgier Georges Ruggiu. Wie Rassismus funktioniert, wie Menschen ihre Menschlichkeit im wahrsten Sinne „abgesprochen“ wird, dies wird anhand einer aus Dokumenten und Zeugenaussagen rekonstruierten szenischen Installation fühl- und erfahrbar gemacht.
http://international-institute.de

Publikumsgespräche im Anschluss an alle Vorstellungen:
20. September mit Robert Misik (Journalist und Publizist)
21. September mit Eva Kernbauer (Kunsthistorikerin, Akademie der bildenden Künste Wien)
22. September mit Robert Treichler / profil Ressortleiter Ausland

€ 14,–/8,–/6,– mit brutkarte*

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