Heliane Wiesauer-Reiterer / Karl Heinz Koller

Zeitgenössische Kunst Bildende Kunst Ausstellung
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2 Termine
Mittwoch 1. Juli
1. Juli
Mi
18:30
Eröffnung
Heliane Wiesauer-Reiterer / Karl Heinz Koller
Donnerstag 2. Juli - Sonntag 29. November
Do 2. Juli -
So , 29. Nov.
Ausstellung
Heliane Wiesauer-Reiterer / Karl Heinz Koller

Verdichtungen
Heliane Wiesauer-Reiterer

Die große Bandbreite ihrer technischen Möglichkeiten rechtfertigt Heliane Wiesauer-Reiterers Bezeichnung als „Universalkünstlerin“. Sie arbeitet als Malerin, Grafikerin, Fotografin und Bildhauerin; ihre Formate reichen von kleinen Stücken bis zu monumentalen Arbeiten, und ihre Arbeitsweise kann in groß angelegten Serien aber auch Einzelstücken münden.

Fragmentierung, Gliederung, Teilung und Reduktion auf den Kern prägen Wiesauer-Reiterers Werk; es geht um Verdichtungen, um das wesenhafte Sein, das sich in der Konzentration auf Kopf, Torso oder abstrahierte Strukturen zeigt. Ihr Anliegen ist die Erfassung grundlegender emotionaler Zustände, durchzogen von leiser Melancholie. Die menschliche Figur erscheint häufig gekrümmt, fallend oder fragmentiert als Sinnbild der ausgesetzten Existenz.

Auch in Landschaften und Architekturen bildet sinnlich wahrnehmbare Realität den Ausgangspunkt, wird jedoch so weit geteilt und reduziert, bis nur noch eine Assoziation bleibt, die das Ganze enthält und sich leichter in den Erfahrungsschatz der Betrachter:innen einfügt. So entsteht bildliche Kommunikation von hohem Niveau.

Wiesauer-Reiterer ist eine der wenigen Malerinnen der „Neuen Wilden“ der 1980er Jahre, eine Reduktionistin ohne dem Neo Geo der 1990er Jahre anzugehören, Materialkünstlerin ohne Zugehörigkeit zur Arte Povera und Spurensucherin, die im gefundenen Material individuelle Qualitäten erkennt. Stein etwa ist für sie Partner im Schaffensprozess: Seine Eigenart dient als Ausgangspunkt für Um- oder Neudeutungen.

Ihre tiefe Zuneigung zur Natur prägt alle Werkgruppen; auch die Fotografien tragen diese Mischung aus Bewunderung und Sorge und verfolgen Struktur und Reduktion durch Verkehrung, Spiegelung, Solarisation und Tonung. Als eine der bedeutenden Künstler:innen ihrer Generation ermöglicht sie Bilderfahrungen von außergewöhnlichem Tiefgang. Eine großzügige Schenkung an das Wien Museum erlaubt nun einen hochrangigen Querschnitt durch ihr gesamtes Œuvre.


Der Bildgenerator
Karl Heinz Koller
2. Juli – 29. November 2026

Mit technischer Brillanz und Forschergeist hat Karl Heinz Koller ein herausragendes Werk geschaffen, das mit analogen Möglichkeiten bis dahin kaum machbar Geglaubtes entstehen lässt. An digitale Bildwelten gewohnt, erscheint es mehr als überraschend, was dieser „Bildgenerator“, wie er sich selbst nannte, uns vor Augen führt.

Mit frühen Serien wie „One month in my Life“ (1974), Performances von Künstlern wie Johann Jascha und Bruno Demattio (1972–75) sowie einer Dokumentation zu europäischen Jugendzentren eröffnet Karl Heinz Koller bereits in seinen künstlerischen Anfängen ein weites Feld. Ab 1975 wendet er sich der Farbfotografie zu und entwickelt seine „Konfigurationen“ – hunderte kreisrunde, an Mandalas erinnernde Kompositionen, in denen er mittels Drehtisch, Mehrfachbelichtungen und gezieltem Spiel von Schärfe und Unschärfe neue fotografische Wirklichkeiten schafft.

Zwischen 1989 und 1995 entsteht mit „Aus dem Palast der Unsterblichkeit – Projekt Erwin“ ein eigenständiger Werkkomplex aus 39 Notizbüchern mit Texten, Fotos und Ausschnitten. Insgesamt zeigt sich ein eigenwilliges, avantgardistisches Œuvre, das Anerkennung fand, etwa durch Kollers Teilnahme an der legendären Ausstellung „Erweiterte Fotografie“ in der Wiener Secession. Sein früher Tod verhinderte eine größere Bekanntheit; diese erste museale Ausstellung macht seine kunsthistorisch bedeutende Position nun wieder sichtbar.

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