Gutes Sammeln – Böses Sammeln
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Am 29. April 1876 gründete Kaiser Franz Joseph I. mit seiner Unterschrift das Naturhistorische Museum Wien im rechtlichen Sinn, am 30. April 1876 berief er den Geologen Ferdinand von Hochstetter zu dessen ersten Intendanten. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Gebäude des Museums an der Wiener Ringstraße bereits mitten im Bau – im August 1889 kam es schließlich zur feierlichen Eröffnung.
Heute beherbergt das Haus mit mehr als 30 Millionen Objekten eine der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen der Welt. Das NHM Wien ist ein einzigartiges Archiv für die Entstehung und Entwicklung der Erde und des Lebens. Es dokumentiert Geschichte und Aufbau unseres Planeten, zeigt die Vielfalt des Lebens auf der Erde und gibt Einblick in die Entwicklung des Menschen. Wie kaum ein anderes naturhistorisches Museum erforscht es anhand von biologischen, geologischen, paläontologischen, mineralogischen, anthropologischen, urgeschichtlichen und kulturhistorischen Objekten das gesamte Spektrum der Natur in Vergangenheit und Gegenwart. Nur ein Bruchteil davon ist in den Schausälen ausgestellt.
Das Museum blickt auf eine über 270-jährige Sammlungsgeschichte zurück, die Mitte des 18. Jahrhunderts ihren Anfang nahm: Um 1750 erwarb Franz I. Stephan von Lothringen eine Privatsammlung von 30.000 Objekten. Wie aber konnte aus dieser „Ur-Sammlung“ das heutige, auf das Tausendfache angewachsene Museum entstehen und zu einem einzigartigen Archiv des Lebens und der Erde werden?
Diese Ausstellung möchte darauf Antworten geben. Sie bietet zugleich eine kritische Rückschau auf die Geschichte des NHM Wien: Die Begeisterung für das Sammeln, Entdecken und Erforschen hatte auch Schattenseiten.