Gerhard Rühm: wort für wort

totale rezitation der allgemeinen erklärung der menschenrechte
Klangkunst Literatur Öffentlichkeit Zivilgesellschaft Installation Klanginstallation
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2 Termine
Donnerstag 13. August
13. Aug.
Do
17:00
Eröffnung
Weltpremiere in Anwesenheit des Künstlers
vor dem Weltmuseum Wien
Freitag 14. August - Sonntag 30. August
Fr 14. Aug. -
So , 30. Aug.
Installation
Gerhard Rühm: wort für wort
vor dem Weltmuseum Wien

Für Menschlichkeit und die Freiheit der Grundrechte erhoben mehr als tausend Menschen am 22. Februar 2025 vor dem Portal des Wiener Volkstheaters ihre Stimme: Einer Idee Gerhard Rühms, Legende der österreichischen Nachkriegsavantgarde, folgend wurde einzeln und nacheinander, Wort für Wort, die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ gelesen. Die 1.355 gesprochenen Worte der Deklaration wurden bei der mehrstündigen Aktion über zwei große Lautsprecher in den Stadtraum getragen – und parallel aufgezeichnet.

Für Gerhard Rühm gehört die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ an die Spitze aller schriftlichen Manifeste. Sie beschreibt zum ersten Mal Rechte, die für jede und jeden, jederzeit und überall auf dieser Welt gelten (sollten). Angesichts des gegenwärtig äußerst beunruhigenden politischen Geschehens ist die Besinnung auf unsere demokratischen Werte wohl höchst angebracht“, erläuterte Rühm 2025 in einem Interview aus Anlass seines 95. Geburtstages die Motivation für die Realisierung dieser Idee. Initiiert vom TONSPUR Kunstverein Wien konnte das Kunstprojekt, das Rühm hinsichtlich seiner Machbarkeit als utopisch eingestuft hatte, aber 2025 gemeinsam mit dem Volkstheater Wien unter der Leitung von Kay Voges umgesetzt werden.

Die Tonaufnahme wurde auf Betreiben von Georg Weckwerth, dem Gründer und künstlerischen Leiter des TONSPUR Kunstvereins Wien, in der Regie von Gerhard Rühm von ORF-Tonmeister Martin Leitner so montiert, dass „ein in sich geschlossener Prosatext entsteht, der im Rundfunk gesendet wird und sich als Installation an einem dafür geeigneten, publikumsträchtigen Ort manifestieren soll. Die Wirkung muss aller Voraussicht nach überwältigend sein“, so Gerhard Rühm.

KÖR Wien freut sich, dass nach der Radio-Uraufführung von „wort für wort – totale rezitation der allgemeinen erklärung der menschenrechte“ auf Ö1 („Blaue Stunde“, 10. August 2026, 21 Uhr) auch die für den öffentlichen Raum entstandene gleichnamige Acht-Kanal-Installation einem großen Publikum präsentiert werden kann: Nach der Weltpremiere am 13. August 2026 am Wiener Heldenplatz wird die rund halbstündige Klangarbeit ebendort bis zum 30. August täglich von 10 bis 20 Uhr im Loop zu hören sein. Wort für Wort erinnert sie uns daran, dass Demokratie und Menschenrechte das Fundament unseres Zusammenlebens bilden.

Gerhard Rühm, 1930 in Wien geboren, arbeitet in und zwischen den Disziplinen der bildenden Kunst, Musik und Literatur. Er studierte Klavier und Komposition an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien und bei Josef Matthias Hauer, dem Pionier der Zwölftonmusik.

Von 1954 bis 1964 war Gerhard Rühm Mitglied der von ihm mitbegründeten Wiener Gruppe, zu der Friedrich Achleitner, H. C. Artmann, Konrad Bayer und Oswald Wiener gehörten. Ihre Sprachexperimente zählen zu den wichtigsten literarischen Entwicklungen der Nachkriegszeit.

1954 hat Rühm die Schule für Dichtung mitbegründet und war von 1972-1995 Professor für freie Grafik an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter 1991 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur, 2013 das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst und 2014 den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst. 2022 übernahm das Museum für moderne Kunst Stiftung Ludwig in Wien seinen künstlerischen Nachlass. Die Österreichische Nationalbibliothek nahm 2012 seinen gesamten künstlerischen Bestand in ihre Sammlungen auf.

Produktion

Eine Produktion von TONSPUR Kunstverein Wien
in Zusammenarbeit mit Ö1 Blaue Stunde

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