Gerda Lampalzer: Etwas ins Leben rufen
Zeitgenössische Kunst Medien & Technologie Ausstellung Installation
Verbindung zu esel.at
Raumgreifende Assemblage, Gerda Lampalzer 2026
Kuratiert von Anna Watzinger (Mz*Baltazar’s Laboratory)
Etwas ins Leben rufen - diese Redewendung lässt sich vielseitig interpretieren und beschreibt zugleich ein schöpferisches Tun im Wortsinn. Gerda Lampalzer übersetzt diesen Ausdruck in ihrer gleichnamigen Ausstellung auf sehr persönliche Weise. Sie installiert ein Geflecht aus Medienkunst, familiären Fundstücken und textilen Objekten, die in einer Art raumgreifenden Assemblage aufeinander Bezug nehmen.
Für ihre installative Arbeit Swimming Sisters hat sie wasseraffine Freundinnen um kurze Beiträge zu ihren Gedanken und Gefühlen beim Schwimmen gebeten. Diese sind auf kleinen bunten LED-Laufschriften zu lesen, die auf den an der Wand hängenden Badeanzügen der Schwimmerinnen befestigt sind.
Ein langjähriges Interesse für Wasser/Schwimmen/Baden lässt sich auch an einem modularen Video-Arrangement ablesen, das wasserbezogene Arbeiten aus fünf Jahrzehnten vereint. Das besagte Interesse kommt nicht von ungefähr. Dank des familiären Ferienschwerpunkts „Badeurlaub“ verbrachte Gerda Lampalzer jahrelang ihre Sommer am Wasser. Ihr Vater führte in seinen Notizbüchern ausführliche Aufzeichnungen über Reiserouten, tägliche Aktivitäten, besondere Vorkommnisse und deren finanziellen Aufwendungen.
Diese Fundstücke aus dem Familienarchiv kombiniert Gerda Lampalzer mit ihren farbenfrohen gehäkelten und gestickten Diagrammen aus der Serie Parainformation. Deren ursprünglich fiktiven Bedeutungen gehen mit den „Statistiken“ der väterlichen Reisetagebücher eine überraschende Verbindung ein. Ins Leben gerufen werden Erinnerungen, mögliche und imaginäre Fakten sowie das Angebot an die Besucher*innen, ihre eigenen Interpretationen der Diagramme vorzunehmen.
Die Atmosphäre der Rauminstallation wird durch eine Möblage aus Campingstühlen und Klapptischen mitbestimmt, die nahe legen, das Temporäre eines Urlaubs mit dem einer Ausstellung in Vergleich zu setzen. Sie sollen auch benutzt werden, spätestens im Rahmen des Workshops „Gemischte Aussichten“, bei dem die Besucher*innen ihre eigenen Diagramme anfertigen und damit neue Deutungsmuster in die Welt setzen können.