Georg Pinteritsch – Grabmaus16
Zeitgenössische Kunst Ausstellung Installation
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„Er half dabei, sein Hemd von den Armen zu ziehen; danach legte er sich auf das Schmerzensbett. Während er gefesselt wurde, sprach er inbrünstige Gebete. Er erhielt elf Stockschläge und sprach mit beispielloser Standfestigkeit: ‚Jesu Maria! Herr, komm mir zu Hilfe! Mein Gott, hab Erbarmen mit mir!‘ Der ungeschickte Henker brach ihm nur ein Bein und einen Arm. Alle anderen Schläge blieben wirkungslos. Als er losgebunden und auf das Rad gelegt wurde, wollte der Henker ihn beugen, doch da seine Glieder nicht gebrochen waren, gelang es ihm nicht. Er fesselte ihn am Bauch. Der Patient [Der Verurteilte] bat ihn, nicht so stark zu drücken, was er auch tat. Danach stimmte der Patient das Veni Creator an. Nachdem er die erste Strophe beendet hatte, sang das Publikum die zweite; der Patient antwortete mit der dritten und so weiter bis zum Ende. Danach sang der Patient das Lied L‘Ave maris stella bis zum Ende der ersten Strophe; das Publikum sang die zweite Strophe, der Patient die dritte und so weiter bis zum Ende. Dann bat er den Henker, das Volk zu bitten, für ihn das Miserere auf Latein zu sprechen, während er es auf Französisch rezitieren würde.“
Gabriel Marie Étienne Vanel (Hrsg.): Recueil de journaux caennais, 1661-1771, Rouen/Paris 1904, S. 174–175. Übers. v. Yorik Joshua Berta
Georg Pinteritsch, geboren 1986 in Österreich, studierte Malerei und Grafik an der Kunstuniversität Linz. Es folgten Aufenthalte in Paris (Cité Internationale des Arts), Essen (Kunsthaus Essen), Barcelona (Espronceda Institute of Art & Culture) und Prag (Petrohradská kolektiv). Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Klemens Brosch Preis (2020), dem Kunstförderspreis der Stadt Linz (2023) und dem Staatsstipendium für Bildende Kunst (2025). Zudem zeigte das Lentos Kunstmuseum Linz 2025 seine erste museale Einzelausstellung. Er lebt und arbeitet in Wien.
www.georgpinteritsch.com
www.instagram.com/horse.of.plow
Ausstellungsdauer: 7.–10. Oktober 2026
Eröffnung: 6. Oktober 2026, 18–21 Uhr
Finissage: 10. Oktober, 18–21 Uhr
Öffnungszeiten: 7. und 8. Oktober 2026, 10–18 Uhr,
24 Stunden von außen einsehbar