Gastarbeiter III

Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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2 Termine
Mittwoch 25. März
Donnerstag 26. März - Donnerstag 16. April
Do 26. März -
Do , 16. April
Ausstellung
Gastarbeiter III

Eine Ausstellung von LEFTBANK / Wien und X Vitamin / Belgrad. Kuratiert von Stefan Bidner.

Die Gruppenausstellung Gastarbeiter III wird von der Vitamin X Gallery, Belgrad, in Zusammenarbeit mit LEFTBANK, Wien, präsentiert und zeigt Werke von sieben internationalen Künstlern, die als Immigranten in Wien leben und arbeiten. Die Ausstellung läuft vom 25. März bis 16. April 2026, wird von Stefan Bidner kuratiert und versammelt Positionen von Mario Grubisić, Marko Lulić, Neda Nikolić, Negra Bernhard, Nikola Milojčević, Rade Petrašević und Masa Stanić — Künstlern, deren Werk durch die Erfahrung des Lebens jenseits kultureller und nationaler Grenzen geprägt ist. Mit der Eröffnung am Mittwoch, dem 25. März, setzt LEFTBANK einen weiteren Schritt im Aufbau eines Programms, das international bedeutende Künstlerinnen und Künstler in das Leben des 15. Bezirks einbettet.

Globalisierung und Europäisierung mögen auf den ersten Blick kulturelle Grenzen aufzulösen scheinen, doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass sie eine Form kultureller Vielfalt lediglich durch eine andere ersetzen — zugunsten einer privilegierten Minderheit und auf Kosten der Mehrheit. Dies wirft drängende Fragen darüber auf, wie nationale Mehrheiten mit den fremden Kulturen innerhalb ihrer Grenzen umgehen und ob diese als Bedrohung, als Kuriosität oder als Bereicherung wahrgenommen werden. Für Minderheiten — sei es Einwanderer, Roma oder Gastarbeiter — wird Kultur zum Mittel der Sichtbarkeit und Selbstbestimmung, auch wenn die kulturellen Maßstäbe, die darüber entscheiden, was wertgeschätzt, ignoriert oder als bloßes „Folklore” abgetan wird, weiterhin von herrschenden Machtstrukturen geprägt sind.

Kunst nimmt in dieser Dynamik eine paradoxe Stellung ein: Sie ist zugleich in die Gesellschaft eingebettet und ihr gegenüber autonom — und vermag zu erlauben, was die Gesellschaft sich selbst gewöhnlich versagt. Das Konzept der Soziographie — 1913 vom niederländischen Soziologen Rudolf Steinmetz eingeführt — bietet hierfür einen nützlichen Rahmen, indem es soziale Zustände mit spezifischen zeitlichen und geografischen Parametern verknüpft. So wie politische Konzepte wie Toyotismus und Neoliberalismus aus der Analyse sich verändernder Sozialstatistiken hervorgingen — sinkende Löhne, steigende Arbeitslosigkeit, veränderte Bildungszugänge — kann auch Kunst als Prisma dienen, durch das gegenwärtige Krisen erkannt, gedeutet und in Frage gestellt werden.

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