Fulterer Scherrer, Marion Baruch & Angela Glajcar

Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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1 Termin
bis Samstag 4. April
bis Sa,
4. April
Ausstellung
Fulterer Scherrer, Marion Baruch & Angela Glajcar

Mit FULTERER SCHERRER, Angela GLAJCAR und Marion BARUCH vereint die Christine König Galerie Künstlerinnen zweier Generationen, die zwischen Zwei- und Dreidimensionalität wandeln, an den Schnittstellen unterschiedlicher Medien und Genres arbeiten und dabei Leerstellen sowie negative Räume reflektieren.

In den Werken der österreichischen Künstlerinnen Gabriele FULTERER und Christine SCHERRER, die seit 2007 als Duo zusammenarbeiten, treffen hölzerne Bildträger auf Kunstleder. Mit Hilfe von Ösen verschnüren und ummanteln FULTERER SCHERRER viereckige oder ovale Keilrahmen, spannen Riemen und Flächen über den ansonsten leeren Raum dazwischen. Die heitere Farbgebung von Neongelb bis Pastellrosa kontrastiert Assoziationen des Materials mit Fetisch und Sadomaso. Die Titel der Arbeiten verweisen auf Leiden („Pills“) und spielen mit Doppelbedeutungen: das Wort „Studs“ steht für Nieten und Stecker aller Art, ebenso für Sexprotze. So handeln FULTERER SCHERRER, wie sie sagen, „Fragen nach Dominanz, Kontrollverlust und Schmerz ab“.

Bei Marion BARUCH rücken die Leerstellen ins Zentrum. Die Künstlerin, 1929 im rumänischen Timişoara geboren und heute in der Lombardei ansässig, verwendet Überbleibsel aus der Modeindustrie: Reste, die nach dem Ausschneiden der Stoffteile übrig bleiben. In ihren Wandarbeiten offenbart sie die Schönheit dieser Zufallskompositionen. BARUCH legt Lesarten jenseits des Abstrakten nahe: In einer Reihe sich verjüngender Stoffstreifen erkennt sie eine Windharfe („Arpa eolica“), in drei Rechtecken die Aufnahmen aus einer Fotobox („Monument au photomaton“). Martin Herbert schrieb darüber: „Like Rorschach blots or clouds they create spaces […] for the viewer to wander and dream in: an emptiness that feels full of potential.“

Bei Angela GLAJCAR (geb. 1970 in Mainz) fressen sich Leerstellen durch Papierstapel und verleihen ihnen dadurch Skulpturalität. Für ihre „Terforationen“ reißt die Künstlerin Löcher in Papierbögen; diese schichtet sie so übereinander, dass daraus Gebilde entstehen, die an Höhlen, Höhenschichten oder Gesteinsformationen erinnern. Durch das Reißen mit der Hand legt die Künstlerin die Struktur des Papiers offen, erzielt aber auch eine organische Wirkung. In Installationen wie 2009-069 Terforation vereint sich dabei das Monumentale mit dem Leichten. So gewinnt GLAJCAR dem scheinbar so neutralen Material Papier völlig neue Facetten ab.
(Text: Nina Schedlmayer, 2026)

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