From Carinthia
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Die Kärntner Kulturstiftung (KKS) fördert und vernetzt Kunst und Kultur aus Kärnten und präsentiert in der Factory eine Ausstellung mit zeitgenössischen Künstler*innen aus Kärnten. Anhand ausgewählter Werke von neun national und international anerkannten Künstler*innenpersönlichkeiten wird ihre Herkunft aus dem Süden Österreichs in den Fokus gerückt. FROM CARINTHIA zeigt repräsentative Hauptwerke aus unterschiedlichen Werkphasen von Maria Lassnig, Kiki Kogelnik, Meina Schellander, Hans Staudacher, Bruno Gironcoli, Hans Bischoffshausen, Peter Krawagna, Valentin Oman und Wolfgang Hollegha. Die Leihgaben zur Schau stammen aus den Sammlungen des Landes Kärnten, der STRABAG ART Collection und der Sammlung Liaunig und umfassen die Bereiche Malerei, Grafik, Skulptur und Objektkunst zwischen 1960 und 2025.
“Kärntner Künstler*innen ist es immer wieder gelungen, an die Spitze der Kunstentwicklung vorzustoßen. Waren es in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts vor allem die Maler aus Nötsch, so traten auch in der zweiten Hälfte zahlreiche Kärntner Künstler*innen hervor und konnten sich international etablieren.
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Aktivitäten Einzelner ausschlaggebend, um den Neubeginn der Kunst in Österreich einzuleiten und an die globalen Standards anzuschließen. Darunter Maria Lassnig, die nach einer Paris-Reise mit Arnulf Rainer 1951 im Klagenfurter Künstlerhaus die erste Ausstellung informeller Kunst in Österreich organisierte, Hans Staudacher, der nach zahlreichen Paris-Aufenthalten zum Botschafter des lyrischen Informel wurde, und Hans Bischoffshausen, der von 1959 bis 1971 in Paris lebte und als Mitglied der Gruppe ZERO-Avantgarde ebenfalls international aufschließen konnte.
Wolfgang Hollegha – wie Maria Lassnig und Kiki Kogelnik dem Kreis der Wiener Galerie St. Stephan zuzurechnen, die ab 1954 die fortschrittlichsten Abstrakten versammelte – wurde bereits 1958 mit den abstrakten Expressionisten in New York vorgestellt.
Nachdem es in den 1950er-Jahren langsam zu einer Konsolidierung und einer allgemeinen Öffnung gekommen war, gingen viele Künstler*innen ins Ausland – Lassnig etwa 1961 nach Paris und 1967 nach New York, wo Kogelnik seit 1961 lebte und sich als einzige österreichische Pop-Art-Künstlerin behauptete. Bei beiden führte der Weggang zum weltweiten Erfolg.
Viele Künstler*innen der zweiten Nachkriegsgeneration studierten bereits im Ausland, Peter Krawagna zum Beispiel in Paris. Auch Valentin Oman ist von der französischen Malerei stark beeinflusst. Bruno Gironcoli orientierte sich ebenfalls zu Beginn der 1960er-Jahre in Paris und entwickelte in der Folge ein einzigartiges bildhauerisches Œeuvre, mit dem er international reüssierte. Meina Schellander nimmt mit ihrer unvergleichbaren bildhauerischen Arbeit eine unumstrittene Position ein, die auf einen übernationalen Durchbruch hoffen lässt.” (Text: Christine Wetzlinger-Grundnig)
Kuratiert von Christine Wetzlinger-Grundnig (Direktorin Museum Moderner Kunst Kärnten MMKK) und Ulli Sturm (Kärntner Kulturstiftung KKS/Kunstbüro)