Fritz Panzer: Zum Beispiel ein Reisekoffer

Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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2 Termine
Donnerstag 22. Jänner
22. Jän.
Do
Eröffnung
Fritz Panzer: Zum Beispiel ein Reisekoffer
Freitag 23. Jänner - Donnerstag 12. März
Fr 23. Jän. -
Do , 12. März
Ausstellung
Fritz Panzer: Zum Beispiel ein Reisekoffer

Zum Beispiel ein Reisekoffer

1964 wurde im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien die Ausstellung “Pop etc.” mit Arbeiten von Robert Rauschenberg, Claes Oldenburg und Andy Warhol gezeigt. Für mich ist das die große Überraschung gewesen.

Zu dieser Zeit waren Tachismus, das Informelle, das Abstrakte sehr präsent. Aber das hier war was Anderes. Der Alltag ist in die hohe Kunst eingebrochen. Mir war sofort klar, dass das auch meine Sache ist.

Mich hat dabei weniger das Plakative an dieser neuen Kunstrichtung interessiert, sondern viel mehr die Vorstellung, dass die intensive Beschäftigung mit einem Gegenstand aus der Konsumwelt denselben künstlerischen Wert haben kann wie etwa eine Madonna-Darstellung. Ein Gegenstand wird, herausgelöst aus seiner unmittelbaren Umgebung, zum Träger des eigenen inneren Bildes. Dazu fällt mir der italienische Maler Giorgio Morandi ein, der in seinen Bildern nur ein paar Flaschen und Vasen brauchte, um eine unglaubliche Intensität zu erreichen.

Damals habe ich begonnen, Skulpturen aus billigem, braunem Karton zu bauen. Eine Küche, ein Schlafzimmer, immer in Originalgröße. Es hat aber auch sakrale Gegenstände oder Werke anderer Künstler gegeben, die zu Motiven wurden, zum Beispiel ein Seitenaltar der Servitenkirche in Wien oder die Wotruba-Plastik auf der 2erLinie. Mir gefiel die Vorstellung, dass Kunstwerke so auch auf die Ebene von Gebrauchsgegenständen kamen.

Die ersten Drahtskulpturen sind im Jahr 2000 entstanden. Ich nenne sie dreidimensionale Zeichnungen. Zum Beispiel ein Reisekoffer, eine Schuhschachtel, ein Waschbecken, ein Plattenspieler, eine Wiener Würfeluhr. Draht hat weniger Körper als Karton. Was in der Skulptur bleibt, ist der Strich der Zeichnung.

(Fritz Panzer, 2025)

Darüber, dass Kunst nicht den Sinn haben kann, Wiederholung der Natur, das heißt: des optisch Vorgegebenen zu sein, herrscht Einvernehmen. Kunst kann nicht mehr als Bild, Konterfei von Natur verstanden werden, sondern als Kreation, als Vergegenständlichung und Expression des Menschen in seiner physisch-geistigen Realität, als optisch-haptisch fassbarer und dauerhafter Reflex seiner Intuition und Imagination.

Was also sollen rekonstruierte, reduplizierte Betten, Küchenschränke, Altarfragmente von Fritz Panzer?

Kein Missverständnis: Hier wird nicht wiederholt: Hier wird jene zweite Welt geschaffen, die Kunst heißt: Jene Zwischenwelt in der Mitte von Natur und Geist, die, nutzlos, einmal geschaffen, Wirklichkeit und Wirksamkeit über und gegen die Natur ist, an der sich Intellekt und Fantasie immer neu entzünden können.

(Otto Mauer, 1971)

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