Filme von Alice Rohrwacher, André Siegers und Ludwig Wüst

Film Video Screening
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Mittwoch 10. September 2014

10., 11. und 26. September / 3. Oktober 2014

Premiere: Das Haus meines Vaters (2013)
Regie, Drehbuch: Ludwig Wüst; Kamera: Klemens Koscher; Darsteller: Nenad Šmigoc, Martina Spitzer. DCP, Farbe, 65 min
Im Anschluss Publikumsgespräch mit Ludwig Wüst und Klemens Koscher

Die Reihe Premiere, in der das Filmmuseum wichtige Arbeiten zeitgenössischer Filmkünstler/innen erstmals in Wien präsentiert, startet geballt in die neue Saison: mit drei Gästen und vier Terminen. Den Auftakt bildet der in Wien lebende deutsche Film- und Theatermacher Ludwig Wüst, der mit seinen jüngsten Filmen einen ganz autonomen Platz im österreichischen Kino besetzt hat. Das Haus meines Vaters (2013), der am 10. September gezeigt wird, und Abschied (2014; Wien-Premiere am 11. September) demonstrieren Wüsts unheimliche Fähigkeit, mit wenigen (bravourösen) Darstellern und geringsten Budgets äußerst dichte, emotional fordernde Raum-Zeit-Erfahrungen zu gestalten.

Am 26. September erlebt einer der herausragenden Filme des Jahres seine Wien-Premiere im Filmmuseum: Le meraviglie (Land der Wunder), in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, ist das zweite Werk der Italienierin Alice Rohrwacher. Mit ihrem berückenden Ensemble aus Laien und Profis (darunter ihre Schwester Alba Rohrwacher sowie Monica Bellucci) und ihrer Erzählung vom utopisch-prekären Leben einer familiären Kleinkommune auf einem abgelegen Hof in Umbrien schafft sie einen grandiosen Balanceakt: zwischen Neo- und magischem Realismus, in nahezu dokumentarischem Modus und zugleich affiziert vom Zauber des Jahrmarkts und den grellgeschminkten „Wundern“ der modernen Massenkultur.

Ein weiterer Höhepunkt des Kinojahrs steht am 3. Oktober auf dem Programm – und auch hier kommen die Kategorien massiv ins Schleudern. André Siegers’ Debüt Souvenir (2014), gefeiert auf dem diesjährigen Forum der Berlinale, ist allem Anschein nach ein Dokumentarfilm: Der Deutsche Alfred D. hat dreißig Jahre lang als Botschafter von Demokratie und Marktwirtschaft die Welt bereist und dabei 800 Stunden filmischer Dokumente produziert, die nun von Siegers aufbereitet wurden. Aber ist dieses selbstgefilmte Leben, zwischen Gesprächen mit Helmut Schmidt und der Rückkehr zu den Eltern, zwischen Kreuzfahrten durchs ewige Eis und einer tragisch zu Ende gehenden Liebe, nicht auch eine grandiose Fiktion?

Alle Vorstellungen finden in Anwesenheit der Filmmacher statt.

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