Fabian Seiz: almost ready made
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Zur Ausstellung spricht die Kunsthistorikerin, Kuratorin und Galeristin
Alexandra Grubeck
Spazierstöcke werden zu einem treppenlosen Handlauf ins Nirgends, Sesselbeine zu ornamentalen Formen filigraner Skulpturen und Türen zu paradox transparenten Paravents. Auch wenn Transformation ein zentraler Begriff im künstlerischen Schaffen von Fabian Seiz ist: in dessen Deutung als rein formaler Veränderungsprozess greift er dennoch viel zu kurz. Das trifft ebenso auf die Interpretation seiner Arbeiten im Sinne der kunsthistorischen Ready-mades zu, auf die er im Ausstellungstitel Bezug nimmt. Vielmehr ist es genau dieses „Almost“, dieses „Beinahe“, das seine Werke auszeichnet.
Fabian Seiz hat einen riesigen Fundus an gefundenen Materialien, ausgedienten Möbelstücken, Überresten an Interieur und Gegenständen, die unter anderer Perspektive einfach so entsorgt werden würden. Er hingegen erblickt in ihnen neue Formen und Verwandlungspotenziale. Er erkennt deren innewohnende Geschichte als immateriellen Ausdruck von Vergänglichkeit und Erinnerung. Beides greift er auf und schreibt sie weiter. Er unterzieht sie einer Metamorphose, die unerwartete Formen und Narrative bildet und eröffnet Räume zur Reflexion. Über die Zeit, über Form und Inhalt, über normierte Konventionen, funktionale Zweckbindungen und der spielerischen Freiheit, neue Verknüpfungen, assoziative Verbindungen und inhaltliche Konstellationen zu erschaffen.
(Daniel Zaman)