Fabian Knecht: Lachen ist verdächtig, 2022-heute
Zeitgenössische Kunst Installation
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Ein Geflecht aus Stoffstreifen, ausgefranst, in erdigen Grüntönen, durchzogen von improvisierten Knoten – auf den ersten Blick wirkt Lachen ist verdächtig, 2022-heute wie ein abstraktes Textilbild. Doch das Tarnnetz, das Fabian Knecht (*1980, Magdeburg, Deutschland) vom Dach des FOTO ARSENAL WIEN herabhängen lässt, ist kein Atelierprodukt. Es wurde in der Ukraine von Zivilistinnen aus alten Stoffen, Vorhängen und Kleidungsstücken geknüpft. Es sollte schützen, Fahrzeuge und Stellungen unsichtbar machen, Leben bewahren. Knecht sammelt diese Netze nicht als Relikte, sondern tauscht sie – in Zusammenarbeit mit ukrainischen Hilfsorganisator*innen, mit denen Knecht seit der vollständigen russischen Invasion 2022 regelmäßig arbeitet – vor Ort gegen professionelles Material.
Gezeigt im FOTO ARSENAL WIEN, erhält die Arbeit eine zusätzliche Resonanz. Auf dem Gelände, das bis heute vom Heeresgeschichtlichen Museum und militärischen Relikten geprägt ist, begegnet das textile Netz den steinernen Zeugnissen vergangener Kriege. Doch Knechts Arbeit antwortet nicht mit Monumentalität, sondern mit Verletzlichkeit. Sie erzählt davon, dass Widerstand nicht nur aus Waffen, sondern auch aus gemeinsamer Arbeit besteht. Jeder Knoten ist eine Handlung, jede Masche Teil einer kollektiven Geste des Widerstands.
Fabian Knecht lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte an der Universität der Künste Berlin sowie am California Institute of the Arts und war Meisterschüler von Olafur Eliasson. Knecht arbeitet interdisziplinär mit Installation, Performance und Fotografie und realisiert international Ausstellungen und ortsspezifische Projekte, etwa im MSU Museum For Contemporary Art (Zagreb), in der Neuen Nationalgalerie (Berlin), im Imperial War Museum (London), der Akademie der Künste (Berlin) sowie der Kunsthalle Mannheim.
Fabian Knechts Werk Lachen ist verdächtig, 2022-heute wird im Rahmen des Festivals Vienna Digital Cultures 2026 präsentiert, das unter dem Motto „Alone or Together?“ die kulturellen Auswirkungen digitaler Technologien untersucht. Kuratiert wird VDC 2026 von Nadim Samman.
Die Installation ist im Außenraum des FOTO ARSENAL WIEN ganztägig zugänglich