Erwin Kneihsl: almost

Zeitgenössische Kunst Fotografie Ausstellung
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2 Termine
Donnerstag 11. Juni
11. Juni
Do
18:00
Eröffnung bis 21:00
Erwin Kneihsl: almost
Freitag 12. Juni - Samstag 25. Juli
Fr 12. Juni -
Sa , 25. Juli
Ausstellung
Erwin Kneihsl: almost

Das Interesse an der Fotografie bewegte sich von Beginn an zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite stand der Anspruch, mithilfe des fotografischen Apparats ein objektives Abbild und ein Sehen der Welt zu ermöglichen, das über die Fähigkeiten des menschlichen, täuschungsanfälligen Sehsinns hinausgeht. Auf der anderen Seite wurden mit experimentellen Vorgehensweisen im physikalisch-chemischen Fotoverfahren Bilder erzielt, die Paranormales, sprich Geisterhaftes, nachweisen sollten. Betrachtet man Erwin Kneihsls Fotografien, so wird einmal mehr deutlich, dass diese Pole zusammenwirken. Wir sehen Dinge und Lebewesen in physischer Folgerichtigkeit des Lichtabdrucks. Gleichzeitig lassen der oft starke Schwarz-Weiß-Kontrast, die gezielte Unschärfe und die grobe Körnung – das fotografische Rauschen – das vermeintlich transparente Medium als alchemistischen Vorgang erscheinen. In ihm werden die intersubjektiven Vorstellungsbilder des Künstlers im eigens beschworenen Geist der Fotografie sichtbar.

Kneihsl, 1952 in Wien geboren und dort Ende der 1960er-Jahre in der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt zum Fotografen ausgebildet, geht Anfang der 1970er-Jahre nach Berlin, wo er sich als Performer, Maler und Filmemacher betätigt, mit Autoren und anderen Künstlern kollaboriert und den legendären Club SO36 in Kreuzberg mitbegründet. Spätestens Ende der 1990er-Jahre verschreibt er sich erneut ganz der Fotografie und erstellt auf Basis eingehender Recherchen umfangreiche Serien, die teilweise in handgefertigten Künstlerbüchern präsentiert werden. Vor diesem Hintergrund entwickeln sich die Grundzüge von Kneihsls Arbeit: ein virtuoser Einsatz klassischen Handwerks und Anknüpfung an bestimmte Avantgarden von Konstruktivismus und Surrealismus bis hin zum Punk. read more

(Text: Cora Waschke, 2026)

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