Elisabeth von Samsonow: Großes Mädchen
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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Mit Elisabeth von Samsonow widmet die Heidi Horten Collection einer künstlerisch-theoretischen Position eine große Soloausstellung, die sich jenseits enger disziplinärer Zuordnungen entfaltet. Erstmals wird das vielschichtige Werk von Elisabeth von Samsonow (*1956, Deutschland; lebt seit 1995 in Österreich) in seiner künstlerischen Bandbreite und intellektuellen Tiefe in diesem Umfang präsentiert.
Die Ausstellung ist als kraftvolle, erzählreiche Personale angelegt, als lebendiger Parcours, der frühe Arbeiten ebenso einbezieht wie aktuelle Werkgruppen. Skulpturen, Malereien, Zeichnungen, Filme sowie eine ortsspezifische Installation machen ein erstaunliches Werk erfahrbar, das sich durch performatives Denken, formale Vielfalt und eine interdisziplinäre Haltung auszeichnet.
Im Zentrum von Samsonows künstlerischer Praxis steht eine intensive Auseinandersetzung mit der Erde als Trägerin von Geschichte, Leben, Energie und kollektiver Erinnerung. Ihre Arbeiten greifen Motive aus der Kulturgeschichte auf und übersetzen diese in eine zeitgenössische Formensprache. Bewegung – physisch und psychisch – ist dabei ein zentrales Moment: Samsonows Werk überschreitet poetisch und spielerisch die von rationalen Ordnungen gezogenen Grenzen und öffnet Räume zwischen Kunst, Philosophie, Anthropologie und politischem Denken.
Eine besondere Rolle spielen skulpturale Installationen und Bilderzyklen, die narrativ um den Gaia-Mythos kreisen und grundlegende Fragen nach Ursprung, Körper, Geburt, Wert und Transformation verhandeln. Viele ihrer Holzskulpturen bestehen aus ganzen Stämmen, darunter Arbeiten aus einer tausendjährigen Linde, deren Materialität Wachstum und Zeit unmittelbar erfahrbar macht.
Samsonows Bildwelten richten sich an das kollektive Unbewusstes und zwar dort, wo es die Natur berührt. Sie speisen sich aus Traumresten, experimentellen Wahrnehmungsmustern zwischen Diagrammen und archetypischen Formen und laden dazu ein, vertraute Bilder neu zu betrachten und umzudeuten. Ihre Arbeiten eröffnen Möglichkeitsräume für alternative Lesarten von Geschichte, Körperlichkeit und Gemeinschaft.
Die Ausstellung stellt zudem gezielt Bezüge zur Sammlung der Heidi Horten Collection her. Arbeiten von Egon Schiele und deutschen Expressionisten werden integriert und in Beziehung zu Samsonows langjähriger wissenschaftlicher und künstlerischer Auseinandersetzung mit diesen Positionen gesetzt. Ein eigens gestalteter Bereich für kreatives Schaffen von jungen und erwachsenen Besucher:innen ist als integraler Bestandteil der Ausstellung geplant und unterstreicht den offenen, dialogischen Charakter der Präsentation.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Kuratiert von: Verena Kaspar-Eisert, Rolf H. Johannsen und Hana O. O. Haas