Double Solo
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Double Solo:
Udo Bohnenberger
maske
puppe
drama
Daniel Zaman
In des Zwischens Raum
Die künstlerischen Arbeiten und Installationen von Daniel Amin Zaman sind die Ergebnisse und Relikte einer ununterscheidbar künstlerischen wie rituellen Praxis. Folgerichtig bedient er sich der Wiederholung als rituelles Mittel der Transformation und Transzendenz. Zaman – zur Hälfte indischer Herkunft – stellt dabei dem christlich geprägten „westlichen“ Dualismus die monistisch-mystischen Betrachtungen des „Ostens“ gegenüber, lässt sie kollidieren und verbindet sie auf der Ebene ihrer vitalen oder verlorengegangenen meditativ-kontemplativen Traditionen. Er transformiert den künstlerischen Prozess in ein Versenken – ein „In- sich-hinein-Verlieren“ –, um sich und seine Werke auf eine prä- und transpersonale Bedeutungsebene hin zu überwinden, zu transzendieren. Dabei unterläuft er gezielt den künstler- wie werkseitig traditionellen Anspruch auf Singularität und richtet den Fokus auf den Prozess. Er überführt beides mittels formalisiert-repetitiver Prozesse in ein bedeutungsvolles Schweigen, das über sich hinausweist, während vordergründig-subjektive Bedeutungen in der Inflation der Wiederholung verklingen und sich verlieren. Das Ziel seiner „Leerformel“ ist die Leere als ein produktiver Zustand, als Fülle. Dabei schafft er kontemplative Räume, Orte und Narrative, die zugleich als substanzielle, gegenwartskritische Positionen zu lesen sind: als ein Gegenentwurf zu medialer Hyperaktivität, prometheischen Macht-Technologien, dem Verlust existenzieller sinn- und identitätsstiftender Narrative sowie einer persönlichen geistigen Praxis, die Freiheit und echtes Denken erodieren lassen. Als ein Widerstand durch Kontemplation, Stillstehen und den Ungehorsam einer „ars contemplativa“. Nicht als Weltflucht, sondern als Gegenkraft, als Besinnung.