Dog
Performance Kunst Performance Premiere
Verbindung zu esel.at
DOG ist ein performatives Experiment zur umgekehrten Evolution – eine spielerische Verwandlung vom Menschen zum Tier. Vor den Augen des Publikums verwandelt sich Daria Nosik in einen Mensch-Hund-Hybriden, der von seiner Besitzerin durch Spiele und Training schrittweise zum Gehorsam erzogen wird. Die Performance untersucht wie Kontrolle Sprache, Denken und Handeln formt. Wo verläuft die Grenze zwischen Lernen und Training, Anpassung und Unterwerfung? Wann beginnt der Wille einer anderen Person als der eigene zu erscheinen?
DOG beginnt als Versuch über die Verwandlung eines Menschen in einen Mensch-Hund-Hybriden. Im Lauf der Performance verlagert sich der Fokus von der körperlichen Transformation zunehmend auf die Beziehung zwischen Hybrid und Hundebesitzerin – und damit auf die Frage nach Domestizierung als einem gesellschaftlichen Prozess und Zähmung als konkreter Praxis, bei der Kontrolle nicht offensichtlich ausgeübt wird, sondern hinter Spiel und Fürsorge versteckt wird.
Durch Wiederholung und Belohnung werden Regeln festgelegt und Verhaltensweisen eingeübt. Repetition, Fürsorge und soziale Bindung erzeugen Muster, die nicht auf Zwang angewiesen sind, um eine Wirkung zu erzielen. Gehorsam ist dabei nicht als besonderer Zustand erkennbar, sondern als etwas, das sich schrittweise erlernen und verinnerlichen lässt. Mit der Transformation verändert sich zugleich die Möglichkeit, Widerstand zu leisten: Sprache tritt in den Hintergrund, Kommunikation verlagert sich auf Gesten, Blicke und erlernte Reaktionen.
Die Zähmung erfolgt eher durch Modulation als durch Zwang. Aufmerksamkeit, Belohnung und Entzug prägen das Verhalten auf eine Weise, die nicht als äußerer Druck, sondern als gemeinsame Situation erlebt wird. Die Domestizierung wird zu einem fortlaufenden Prozess, in dem Grenzen gebildet und gefestigt werden, ohne dass sie ausdrücklich benannt werden.
Das Labor wird zum Experimentierfeld gesellschaftlicher Beziehungen. Zwischen Humor und Irritation macht DOG alltägliche Formen der Domestizierung sichtbar, in denen Spiel, Fürsorge und Kontrolle ineinandergreifen. Auch das Publikum wird Teil der Versuchsanordnung und ist eingeladen, durch Beobachten die eigenen Prozesse des Urteilens, Sich-Fügens, Mitspielens und Zuschauens kritisch und mit Humor nachzuvollziehen.