Dionysus in 26
Theater Performance Kunst Performance Theateraufführung
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von toxic dreams Inszenierung: Yosi Wanunu
Ende der 60er Jahre entwickelte die New Yorker „Performance Group“ die Arbeit Dionysus in 69: eine radikale Abwendung von Theaterkonventionen. Mit Dionysus in 26 sucht toxic dreams weniger die Rekonstruktion der originalen Performance, sondern eine performative Debatte rund um deren radikale Vorstellungskraft.
Inhalt
Ende der 60er Jahre entwickelte die New Yorker „Performance Group“ unter der Leitung des Regisseurs Richard Schechner eine Theaterarbeit mit dem Titel Dionysus in 69, eine sehr freie Adaption von Euripides‘ Die Bakchen. Die Gruppe beanspruchte eine radikale Abwendung von Theaterkonventionen – die Auflösung der Grenzen zwischen Performer*innen und Publikum, die Transformation von Theater in ein Ritual, unmittelbare Erfahrung anstelle von Repräsentation. Zuschauer*innen waren nicht länger Beobachtende, sondern Teilnehmende. Die Bühne wurde zu einem Ort, an dem Körper, Politik, Begehren und kollektive Ekstase aufeinanderprallten. Dionysus in 69 wurde zu einer der prägendsten experimentellen Performances des 20. Jahrhunderts. Heute, 57 Jahre danach, scheinen wir uns für das Gegenteil all dessen entschieden zu haben: Alle müssen performen, und teilhaben möchten wir lieber nicht.
Mit Dionysus in 26 sucht toxic dreams Dionysus in 69 noch einmal auf, weniger als Rekonstruktion der originalen Performance, sondern als eine performative Debatte rund um ihre Versprechungen, ihre radikale Vorstellungskraft, auch ihre Widersprüche.
Was bleibt, wenn Revolution zu Geschichte wird? Kann Ekstase ihre Dokumentation, kann Partizipation ihre Institutionalisierung überdauern? Kann Theater noch immer die Beziehung zwischen Fremden verändern, die sich im selben Raum versammelt haben?
toxic dreams wurde 1997 von Kornelia Kilga (Produzentin) und Yosi Wanunu (Regisseur und Autor) gegründet. Seither hat die Gruppe mehr als 90 Eigenproduktionen realisiert. toxic dreams erarbeitet in kollaborativen Verfahren im Rahmen von mehrjährigen Arbeitszyklen ästhetisch und formal sehr variantenreiche Formate.