Diktatur und Gewalt in den Gedichten von Hanna Jankuta
Literatur Diskussion
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Forum für Übersetzungskritik mit Franziska Füchsl und Ihar Krebs
Literatur, Lesung und Gespräch
“Verfassung” ist eine Gedichtsammlung von Hanna Jankuta, welche am Rande der belarussischen Verfassung entstand. Die Gedichte reflektieren, was die Welt mit den Menschen macht und die Menschen mit der Welt. Dabei wird die politische Diktatur mit der Diktatur des Anthropozäns verglichen. Die Gedichte erzählen die Geschichte einer Person, die in einer autoritären Gesellschaft aufgewachsen ist und nun ihre geologische Zeit im Exil verbringt. Das Buch lotet zugleich die Verfassung planetarischer Natürlichkeit aus und wendet sich verschiedenen Lebewesen zu, die einst die Erde bewohnten und noch immer oder gerade noch bewohnen. Die Verfassung als oberstes Staatsgesetz wird in den Gedichten zu einer “Chronik der Katastrophen”.
Unter jedem Artikel der belarussischen Verfassung (vorerst noch unter) kommt ein Gedicht zu stehen. Kann eine Seite so viel tragen? Wie verhält sich Gesetz zu Gedicht? (Wie) lässt sich eine erst kürzlich überschriebene Verfassung übersetzen? Der auf vermeintlich demokratischen Wegen in die Diktatur entführten §Verfassung§ eine Übersetzung verleihen? Was ist mit Eingriff, Veränderung, Sabotage? Anhand zweier sehr unterschiedlich gewichteter Beispiele aus dem Buch möchten wir mit euch das vielleicht unmögliche Verhältnis Bedrohung:Poesie diskutieren und ins Übersetzen kommen.
mit
Ihar Krebs ist belarussischer Übersetzer deutscher und jüdischer Literatur, darunter Theodor Herzl, Mascha Kaléko, Bella Chagall und Heinrich Heine. Studierte in Minsk. Er war 2024 Writer in Residence am Internationalen Haus der Autor*innen Graz (IHAG).
und
Franziska Füchsl ist Schriftstellerin, Übersetzerin und Setzerin. Als Jugendliche Hilfsarbeiterin in der Metallindustrie. Studierte Deutsche Philologie und Anglistik in Wien und Sprache und Gestalt in Kiel. Im Versatorium betreut Füchsl den Druckraum Jahoda.