Der Nordwestbahnhof als Tatort der NS-Propaganda

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1 Termin im Archiv
Donnerstag 11. Juni
11. Juni
Do
18:30
Führung
Der Nordwestbahnhof als Tatort der NS-Propaganda
Ecke Taborstraße-Nordwestbahnstraße

Letzte Führung durch die temporäre Gedenkmarkierung in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Treffpunkt: Ecke Taborstraße-Nordwestbahnstraße
Anmeldung erbeten!

Unmittelbar nach dem „Anschluss“ 1938 diente die Personenbahnhofshalle des Nordwestbahnhofs als Schauplatz für Propagandareden führender Nationalsozialisten wie Hermann Göring, Joseph Goebbels und Adolf Hitler. Von Anfang August bis Ende Oktober 1938 wurde dort auf einer Fläche von 4.800 Quadratmetern die antisemitische Wanderausstellung „Der ewige Jude“ in einer eigens für Wien erweiterten Fassung gezeigt. Sie zielte darauf ab, durch die systematische Diffamierung von Jüd*innen deren Ausgrenzung, Enteignung und Vertreibung zu rechtfertigen und zugleich gewaltsame Übergriffe gegen die jüdische Bevölkerung zu befördern.
Um einen Erinnerungsort zur Bedeutung des Nordwestbahnhofs in der Zeit des Nationalsozialismus zu schaffen, realisierte Tracing Spaces im Jahr 2021 – gefördert von „Kunst im öffentlichen Raum Wien“ – eine Installation, die die Umrisse der 1952 abgerissenen Bahnhofshalle sowie die Einbauten der damaligen Ausstellung am Originalstandort und im Maßstab 1:1 nachzeichnet.
Ursprünglich nur für einen Sommer konzipiert, besteht diese Markierung dank der Unterstützung von ÖBB und PORR bis heute. Sie bildet den Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen und Führungen. Zugleich ist sie Ausdruck der Hoffnung der Initiator*innen, dass im hier neu entstehenden Stadtteil für 16.000 Bewohner*innen ein dauerhafter Erinnerungsort in angemessener Form und Größe etabliert wird.

Die 90-minütige dialogische Führung bietet Raum für Austausch. Die Teilnehmenden werden ermutigt, Fragen zu stellen und über Möglichkeiten und Grenzen für einen zukünftigen Gedenkort zu diskutieren.

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