Das unsichtbare Kino: Film, Kunst, Geschichte und das Museum

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Mittwoch 26. November 2014
26. Nov. 2014
Mi
18:30
Das unsichtbare Kino: Film, Kunst, Geschichte und das Museum

25.11. - 29.11.
IFK, Österreichisches Filmmuseum

Verschwindet mit dem Film eine Art Sinnbild eines langen 20. Jahrhunderts? Und können seine Produktions- und Wahrnehmungsweisen, seine veränderten Begriffe von Kunst und Geschichte in einem Filmmuseum aufgehoben werden?

„Der Ausstellungsort eines Filmmuseums ist die Leinwand.“ 1964, im Gründungsjahr des Österreichischen Filmmuseums von Peter Kubelka formuliert, ist dessen avantgardistisches Motto

zum 50. Geburtstag mehr denn je ein Distinktionsmerkmal gegenüber anderen Museen – vor allem, aber nicht nur, solchen des Films. Von ihnen unterscheidet es sich, indem es Museum und Kino unauflöslich verschränkt. Das Kino steht dabei gleichermaßen für einen spezifischen Ort und für eine historische Technologie: für den abgedunkelten Kinosaal und – als Kürzel – für die Kinematografie.

Das unsichtbare Kino ist – in Kubelkas Sinn – der Ausstellungsort, der sich selbst zum Verschwinden bringt: Black Box statt White Cube. Auch ist es jener Teil der Technologie, der in der Filmvorführung zumeist verborgen bleibt, um den Film als Ereignis erfahrbar zu machen: die Projektionstechnik, das maschinelle Gefüge von Mensch, Projektor und Filmstreifen. Seit jeher Sammlungsobjekte eines Filmmuseums, werden letztere beide in ihm auch dann nicht zu musealen Artefakten, wenn der Film – wie heute – bereits zu einem historischen Medium geworden ist.

Als neue Kunst, die oft keine sein wollte, bildete der Film (in Siegfried Kracauers Worten) einen gemeinsamen „Vorraum“ mit der Geschichte: Film war mit seinem Realitätsgehalt ein neuartiges historisches Zeugnis und schrieb selbst Geschichte in neuer Weise. Darüber hinaus war er Spektakel und Unterhaltungsmedium, ein Werkzeug politischer Militanz und politischer Repression, ein Mittel der Erfahrungs- und Wissensproduktion in vielen weiteren Domänen, in denen Hohes und Niedriges, Reines und Unreines intensiv miteinander verstrickt sind. Ironischerweise überdauert der Film als Synonym für jegliche Form von Bewegtbildern, die ihn abgelöst haben – als unsichtbares Kino, aus dem der Film als solcher verschwunden ist. Wie kann man ihn und was kann man mit ihm immer noch sichtbar machen?

KONZEPTION: Alejandro Bachmann, Alexander Horwath, Ingo Zechner

TEILNEHMERINNEN: Nicole Brenez, Chris Dercon, Noam M. Elcott, Daniel Fitzpatrick, Lars Henrik Gass, Siegfried Mattl, Winfried Pauleit, Barbara Pichler, Jacques Rancière, Bert Rebhandl

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Österreichischen Filmmuseums und des IFK.

Mi, 26.11.

18.30
Vortrag von Daniel Fitzpatrick
Expended Cinema: Curating Cinema’s Futures During an Era of Transition
Forbidden Symmetries (part 3)
2014, Rouzbeh Rashidi

20.30
Vortrag von Winfried Pauleit
Museum x Film = Zeitmaschine

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