Das Glaubens­tribunal

Darstellende Kunst Theorie Zivilgesellschaft Diskussion Performance
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3 Termine
Freitag 29. Mai
29. Mai
Fr
19:30
Diskussion
Das Glaubens­tribunal
Samstag 30. Mai
30. Mai
Sa
11:00
Diskussion
Das Glaubens­tribunal
Sonntag 31. Mai
31. Mai
So
11:00
Diskussion
Das Glaubens­tribunal

Nach den Wiener Prozessen und den Wiener Kongressen bei den letzten Festivalausgaben folgt nun Das Glaubenstribunal. Auch diesmal stellt das theatrale Dokumentationsformat wie­der ein gesellschaftspolitisches Thema zur Debatte: Die Rolle von Religionen, Göttern, Göttinnen und Kultobjekten im globalen Kapitalismus. Zahllose re­ligiöse Symbole finden sich in der Pop­kultur wieder, rechtsnationale Politkam­pagnen („Euer Wille geschehe“), amerikanische Tech­-Giganten und Diktatoren in Osteuropa wandeln Glaubenssätze für den eigenen Profit um. Was die Menschen mit sich selbst versöhnen, dem Leben Würde geben sollte, wird gemäß Marx in die „eiskalten Wasser“ des Kapitals (und der Macht) getaucht, kapitalisiert, gestohlen, appro­priiert, für kriegerische Propaganda und Wertschöpfung missbraucht.

Eine Jury aus Kulturwissenschaftler:in­nen, religiösen Würdenträger:innen und gläubigen Menschen befragt in drei Fällen selbsternannte Gotteskrieger:in­nen und Kunstgött:innen, Museumsku­rator:innen und Politiker:innen nach deren (profanisierenden) Praktiken. Dabei steht, wie bei den vorherigen Formaten, der Akt der öffentlichen freien Rede und des kollektiven Zuhö­rens im Zentrum – Theater, das realer nicht sein könnte!

Die Republic of Gods macht sich – durchaus selbstkritisch – zur Anwältin der globalen Glaubensgemeinschaften: Was haben christliche Symbole wie Kreuze und Weihrauch, indigene Prak­tiken wie Schamanismus und spirituel­le Praktiken wie Dreadlocks in der Popkultur und auf dem Kunstmarkt zu suchen? Wo endet zulässige Aneignung, wo beginnt die übergriffige, neokolo­niale Appropriation durch eine letztlich kapitalistische Kunst­ und Kommerz­religion? Warum sind einst religiöse Gegenstände wie ägyptische Mumien, Benin­-Bronzen oder aztekische Feder­kronen in europäischen Museen zu finden? Was geschieht mit unseren Göttern und Göttinnen, wenn sich Putin, Trump und radikalislamistische Regime zur Legitimierung der eigenen Machtausübung Worte der Bibel und des Korans aneignen?
Im Rahmen von drei Fällen – einem Fall der künstlerischen, einem der institu­tionellen und einem der politischen Appropriation, um nicht zu sagen: des Missbrauchs religiöser Praktiken, Sym­bole und Denksysteme – gerät nicht zuletzt die Republic of Gods selbst in den Fokus der Kritik.

Dauer: 29. Mai: ca. 2 Std. / 30. Mai: ca. 8 Std. / 31. Mai: ca. 7 Std.

Eine Produktion der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien

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