Darian Leader: Freud and Neurodiversity
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Das Sigmund Freud Museum lädt am 6. Mai zur mittlerweile 53. Sigmund Freud Vorlesung.
Freud und Neurodiversität
Was hätte Sigmund Freud vom heutigen Konzept der Neurodiversität gehalten? Wo hätte er sich in den damit verbundenen diagnostischen Debatten eingeordnet? Wie hätte sich Freud, der langjährige Erfahrung in der Kinderneurologie hatte, der Frage des Autismus bzw. des autistischen Spektrums genähert?
Mit dem Schweizer Psychiater Eugen Bleuler tauschte Freud sich über den Autismus-Begriff aus. Ausgehend davon beleuchten wir dessen Entwicklung in den Vereinigten Staaten, die nach Bleulers USA-Besuch im Jahr 1913 einsetzte und betrachten, inwiefern Freuds Ideen Eingang in die frühe Autismus-Forschung fanden.
Wie wurden Freuds Vorstellungen von Abwehr und Konflikt abgewandelt, und wie wirkte sich das auf die psychoanalytische Technik aus? Ist Freuds Theorie der „Reizbarriere” hilfreich, um Erfahrungen wie Hyper- und Hypoarousal zu verstehen? Und ist die Triebtheorie als veraltetes Konstrukt zu betrachten oder als nach wie vor nützlich, um über Autismus und die damit verbundenen sensorischen Schwierigkeiten nachzudenken?
Darian Leader ist Psychoanalytiker in London und Mitglied des Centre for Freudian Analysis and Research sowie des College of Psychoanalysts-UK. Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter Why Do Women Write More Letters Than They Post? (1996); Freud’s Footnotes (2000); Stealing the Mona Lisa: What Art Stops Us From Seeing (2002); Why do people get ill? (with David Corfield, 2007), The New Black: Mourning, Melancholia and Depression (2008), What is Madness? (2011), Strictly Bipolar (2013); Hands (2016), Why Can’t We Sleep? (2019), Jouissance; Sexuality, Suffering and Satisfaction (2021) and Is It Ever Just Sex? (2023). Er publiziert regelmäßig über zeitgenössische Kunst.