Daniel Domig | Plus: Sofia Goscinski
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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Daniel Domig
Exercises in Decreation
Mit Daniel Domig startet die GALERIE3 Wien ins neue Jahr. Nach Einzelausstellungen in Peking und Sydney sind neueste Arbeiten nun auch wieder in seiner Heimatstadt zu sehen. Domig, dessen Werk sich durch ein Oszillieren zwischen abstrakter und figurativer Malerei auszeichnet, beschäftigt sich in seinen Arbeiten oft mit einem Aufeinandertreffen von Körpern, mit Beziehungen, mit Kommunikation, die ganz ohne Sprache auskommt. Manchmal wie in Rauch aufgelöst, sind seine Protagonist:innen mal mehr und mal weniger zu erahnen. Unter dem Titel „Exercises in Decreation” geht es nun auch in dieser Ausstellung um eine Auflösung des Bildes.
Plus: Sofia Goscinski
Mit Sofia Goscinski wird das Thema Körperlichkeit und Identität auf ganz andere Weise aufgegriffen, denn das Bild selbst wird bei der Künstlerin zum Subjekt:
„Durch das Einarbeiten der Grundierung mit der Spachtel bekommt die Leinwand eine Körperlichkeit. Die gestischen Tuschelinien werden durch eine Spritze, auf der eine feine Nadel sitzt, durchgedrückt wie eine Tätowierung. Teils bleibt die Zeichnung für sich alleine stehen, teils setzt sich ein malerischer Prozess fort. Dabei wird sowohl die vordere wie auch die Rückseite der Leinwand bemalt – das Material wird durchdrungen und das Motiv setzt sich aus Farbschichten zweier Seiten zusammen. Die durchscheinende blasse Spur der Farbfläche und die dichte Farbfläche der Bildseite bilden ein palimpsestisches Motiv.
In den Arbeiten resoniert mein zentrales Thema: die Frage der Identität. Derrida beschreibt Identität als niemals vollständig gegenwärtig – sie setzt sich zusammen aus dem eigenen und dem Durchgedrungenen. Für mich ist die künstlerische Identität unbedingt eine durchlässige. Das Werk entsteht durch mich, nicht von mir.”