Dancing Together
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Donya Aalipour
Käthe Schönle
Die Ausstellung Dancing Together – Between Gesture and Projection zeigt Arbeiten der in Wien lebenden Künstlerinnen Donya Aalipour und Käthe Schönle und untersucht Spielräume des Handelns von Individuum und Gesellschaft im Spannungsfeld von Gegenwart und Zukunft.
Die im Iran geborene und aufgewachsene Künstlerin Donya Aalipour zeigt malerische Arbeiten sowie erstmals eine Videoinstallation. Ausgangspunkt ist dokumentarisches Bildmaterial aus dem Iran, das Menschen beim Tanzen auf Begräbnissen zeigt – Gesten, die sich innerhalb eines repressiven Systems formieren und sich zugleich dessen Kontrolle entziehen. Aalipour überführt dieses Material in Malerei, als auch in Form einer Installation in eine vielschichtige visuelle Struktur, in der Malerei, Film und eine eigens für die Arbeit komponierte Musik von Armin Sanayei miteinander verschränkt werden. Bewegung erscheint hier als minimale und zugleich existenzielle Form von Handlung, Widerstand und Ermächtigung des Individuums gegen ein Regime.
Käthe Schönle zeigt in der Ausseinandersetzung mit der menschlichen Existenz und möglichen Handlungsräumen eine auf die Zukunft gerichtete Perspektive. Während ihre künstlerische Praxis häufig von einer reduzierten Figuration ausgeht – sichtbar auch in kleinformatigen Arbeiten, die die Ausstellung ergänzen – entwickelt sie in ihrer aktuellen Werkserie „Solarpunk“ eine deutlich stärker visuell geprägte, abstrakte Bildsprache. Der menschliche Körper scheint weiterhin präsent, jedoch weniger als Abbildung denn als Referenz. Schönles Malerei formuliert Bildräume, die auf die Vorstellung alternativer Zukünfte zielen, und versteht Imagination als Voraussetzung für gesellschaftliche Transformation – zwischen Fragilität und konstruktivem Optimismus.
Im Dialog eröffnen beide Positionen ein Spannungsfeld zwischen unmittelbarer Geste und spekulativem Entwurf. Die Ausstellung versteht Bewegung sowohl als körperlichen Akt als auch als Denkfigur: als etwas, das unter restriktiven Bedingungen entsteht und zugleich auf das Mögliche gerichtet ist.
Dancing Together – Between Gesture and Projection fragt damit nach den Voraussetzungen von Handlung, nach den Möglichkeiten von Individuum, Gruppe, Gesellschaft – und nach der Rolle von Bildern in der Hervorbringung von Gegenwart und Zukunft.