Damisch, Dauood, Grabmayr, Moroder
Zeitgenössische Kunst Bildende Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Gunter Damisch, Adel Dauood, Franz Grabmayr, Walter Moroder
Am Anfang steht die Farbe als Material. Franz Grabmayr rührte sie selbst an und trug sie mit dem Spachtel so dick auf, dass seine Sandgruben, Felsen und Feuer beinahe zu Reliefs werden. Gemalt hat er draußen, direkt vor dem Motiv und man kann bis heute spüren, mit welcher Wucht sie entstanden sind. Diese Art zu malen hat in den 1980er Jahren viele Jüngere geprägt, unter ihnen Gunter Damisch.
Auch für Damisch spielt die Materialität der Farbe eine wichtige Rolle. Seine Bilder führen jedoch weit über die sichtbare Landschaft hinaus. Linien verflechten sich zu Netzen und Knäueln, dazwischen tauchen Formen auf, die an Einzeller, Wurzeln oder kleine menschliche Figuren erinnern. Die einzelnen Gebilde lassen sich kaum eindeutig bestimmen. Sie überlagern und durchdringen sich und bilden eine Bildwelt, in der immer neue Zusammenhänge sichtbar werden.
Bei Adel Dauood rückt die Figur in den Vordergrund, und sie hat es nicht leicht. Seine Gestalten sind verzerrt, manchmal zerrissen, schwarz umrissen in grellen, offenen Farbräumen. Manche verwandeln sich in Mischwesen, die uns mit großen Augen ansehen oder die Zähne zeigen. Gewalt und Erinnerung sind darin spürbar, und doch bleibt vieles offen, weil sich die Malerei nie ganz zwischen Gegenständlichem und Abstraktem entscheidet.
Bei Walter Moroder steht ebenfalls der Mensch im Mittelpunkt, allerdings in einer deutlich ruhigeren Form. Seine schlanken Skulpturen stehen aufrecht, ohne ausgeprägte Gesten oder individuelle Gesichtszüge. Gewänder in Ocker, Blau oder Rot setzen dabei farbige Akzente. Obwohl seine Figuren gegenständlich erscheinen, versteht Moroder seine Arbeiten als abstrakt. Ihn interessiert weniger die Darstellung einer bestimmten Person als vielmehr die menschliche Gestalt an sich. Gerade im Zusammenspiel mit der bewegten, farbintensiven Malerei der anderen drei Künstler kommt die Stille seiner Figuren besonders zur Geltung.