curated by Jan Mot

Zeitgenössische Kunst Ausstellung
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1 Termin
Dienstag 15. September - Samstag 17. Oktober
Di 15. Sep. -
Sa , 17. Okt.
Ausstellung
curated by Jan Mot

There is a discussion ist ein Werk von Ian Wilson aus dem Jahr 1972. Es wird vom Künstler als „Statement“ definiert und besteht aus einem maschinengeschriebenen oder gedruckten Blatt Papier, auf dem der Text „There is a discussion“ sowie Wilsons Unterschrift zu sehen sind. Das Werk ist eine unlimitierte Edition und wurde bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2020 produziert. There is a discussion verkörpert die Quintessenz von Wilsons Schaffen.

Nachdem Wilson zunächst als Maler in der Tradition der abstrakten Kunst gearbeitet hatte, tauschte er die visuelle Abstraktion gegen die Abstraktion der Sprache ein. Im Jahr 1968 begann er, seine Gespräche über das Konzept der Zeit als Werke zu definieren. Künstler*innen waren seine ersten Teilnehmer*innen, bald gefolgt von Kurator*innen, Galerist*innen und Sammler*innen. Über einen Zeitraum von fünf Jahrzehnten entwickelten sich die Diskussionen vom ursprünglichen Thema „Time“ (1968–1969) hin zu „Oral Communication“ (1969–1972), „The Known and Unknown“ (1972–1986) und „The Absolute“ (1994–2008).

Wilson gilt als einer der radikalsten Konzeptkünstler, dessen Arbeit von dem Bestreben geprägt ist, die Tradition des kostbaren Kunstobjekts in Frage zu stellen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass im Rahmen seiner Diskussionen nichts Materielles entsteht – abgesehen von einer Ankündigungskarte bei öffentlichen Diskussionen oder den Zertifikaten, die den Eigentumsübergang des mündlichen Werks bestätigen. Die allererste Person, die eine discussion erwarb, war Lawrence Weiner, ebenfalls Sprachkünstler. Er benötigte kein Zertifikat, denn wie er selbst sagte: „The discussion was what there was.“ („Die Diskussion war das, was da war.“)

Neben einer repräsentativen Auswahl an Zertifikaten umfasst die Ausstellung zwei weitere Werktypen. Als ersten die beiden Circles, einer auf den Boden und der andere an die Wand gezeichnet. Entstanden 1968, waren sie die letzten visuellen Werke, die Wilson schuf und damit ein Wendepunkt in seinem Œuvre. Der zweite Typ ist die Reihe von Künstlerbüchern mit dem Titel Sections, die zwischen 1982 und 2005 (in einem kleinen Format und einer großen Auflage) und zwischen 1992 und 2014 (in größerem Format, jede Section ein Unikat) erschienen ist.

„Wenn Sie nur mit einem einzigen Kunstwerk leben könnten, welches wäre das?“ – als Antwort auf einen Fragebogen des Frieze Magazine sagte Manon de Boer: „There is a discussion by Ian Wilson (…) It always reminds me that the basis of love, art and friendship is the exchange and sharing of thought.“ („There is a discussion von Ian Wilson […] Es erinnert mich immer daran, dass die Grundlage von Liebe, Kunst und Freundschaft der Austausch und das Teilen von Gedanken ist.“) (Frieze, 115, Mai 2008, S. 188)

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