Während die Elefanten fast ausgerottet wurden, kamen die großen Rinderherden. Später, mit den deutschen Kolonialsoldaten, erschienen die Kamele. Sie waren mithilfe imperialer Netzwerke aus Somalia für den kolonialen Krieg (1904-8) nach Namibia exportiert worden. Die Besatzer hinterließen ein Archiv von Kamelfotografien, und der österreichische Anthropologe Rudolf Pöch filmte 1908 die Kamele mit deutschen Soldaten an der Grenze. Namagowab- und Narosprecher_innen hingegen erzählen von den Tieren als Akteuren einer Geschichte von Verlust, Vertreibung und kolonialer Landschaftsformung.
Die Installation zeigt Kolonialgeschichte als inter-species Geschichte, basierend auf widersprüchlichem Archivmaterial, und folgt dabei den historischen Kommentaren von Zeitzeug_innen, die den kolonialen Krieg in Namibia, die Dürre und die Anwesenheit eines bewaffneten Anthropologen, der mit Militärbegleitung forschte, zusammen denken.
Von: Anette Hoffmann & Jannik Franzen
Ausstellungsgespräch: 5.7.2025, 15.30-16 Uhr
Im Rahmen des Mikrofestivals am 5.7. des Programms Through the Dark.