Club Radiokoje
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Zwölfton und post-planetare Übungen im Kongreßbad Wien.
Während Tech-Milliardäre – finanziert von Klein- und Großanleger*innen – von der Transzendenz irdischer Grenzen träumen und den Exodus auf Mond und Mars planen, bringt CZIRP CZIRP die offenkundige Dissonanz der Gegenwart dorthin zurück, wo sie spürbar ist: in das öffentliche Kongreßbad. Am 29. August 2026 von 13:00 bis 19:30 Uhr vermischt sich der Badetag mit Performancekunst und neuer Neuer Musik.
LUFT VON ANDEREN PLANETEN (CLUB RADIOKOJE 2026)
God’s Entertainment (EU), Black Page Orchestra (AT)
Regulärer Badeeintritt (Stadt Wien Bäder)
LUFT VON ANDEREN PLANETEN
„Ich fühle Luft von anderem Planeten“ – diese Eröffnungszeile aus Stefan Georges Gedicht „Entrückung“ markierte 1907/08 in Arnold Schönbergs zweitem Streichquartett nichts anderes als eine musikalische Revolution. Er sprengte die Tonalität und öffnete dem radikalen Bruch mit der vertrauten Harmonie die Tür. Es galt, einer neuen Wirklichkeit Ausdruck zu verleihen. Heute, im Jahr 2026, lesen wir diese Zeile als post-planetare Vision einer Erde nach dem Kipppunkt. Ähnlich wie im Film Elysium (2013) – wo die Elite auf eine Raumstation flieht und die abgezehrte Menschheit auf der Erde zurücklässt – zeichnete die romantische Avantgarde die Flucht vor einer erschöpften Welt im Eskapismus nach.
Wir erschöpfen uns nicht einfach in einer Kritik, denn wir sind alle Teil des Problems. Das Bild der „Luft von anderen Planeten“ nehmen wir poetisch auf: Als Reflexion über veränderte Atmosphären (klimatisch und kulturell), wo eine tatsächliche Zuflucht nur im Üben neuer gesellschaftlicher Organisationsformen, künstlichen Visionen oder künstlerischen Rollenspielen gefunden werden kann. Eine Welt, in der wir uns die „Luft von anderen Planeten“ als Perspektive neuer nachhaltiger Lebensform vorstellen MÜSSEN.
BOURGEOISE RUNTER RUTSCHEN!!!
Was kathartisch klingt, wird im Kongreßbad als historischem Ort des politischen Widerstands – dem „Republik Konge“ – zur Versuchsanordnung über das Leben nach dem Kipppunkt. Hier wird das Denken und Reagieren, das Fühlen und vielleicht auch das Atmen für den bevorstehenden Turn geübt. In den Medien Wasser und Luft, durch Musiken und performative Intervention entfalten sich Momente der sozialen Interaktion und schonungsloser Selbsterkenntnis. God’s Entertainment und Black Page Orchestra bespielen stündlich, 14:00-19:00, diverse Architekturen des Bades.
KÜNSTLER*INNEN
Das Kollektiv God’s Entertainment, das für seine provokanten soziologischen Experimente und Interventionen im öffentlichen Raum bekannt ist, verlässt mal wieder den klassischen Theaterrahmen, um das Publikum in eine konkrete soziale Plastik zu verwickeln. Gemeinsam mit dem Komponisten Matthias Kranebitter und dem Ensemble des Black Page Orchestra inszenieren sie Eingriffe in den Badebetrieb – für und wider Schönberg.