Christian Eder: Yellow
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
Die Galerie Reinthaler präsentiert erstmals Malereien und Bildobjekte von Christian Eder (*1964, Bregenz), in denen die Farbe Gelb mal offen und direkt, mal subtil eingesetzt wird. Gelb erscheint dabei entweder als präzise strukturierende Linie oder als verdichtete Formation und prägt maßgeblich die Ordnung im Bildraum. Die ausschließlich mit Linien, Flächen und Farbe aufgebauten Schichtungen lenken den Blick gezielt auf eine Reflexion des eigenen Sehverhaltens und eröffnen zugleich einen experimentellen Zugang zur Wahrnehmung.
So zeigt sich in einer Arbeit das Gelb als verdichtete lineare Struktur, deren Dynamik sich scheinbar über die Bildränder hinaus in den Raum fortsetzt. In der kreisrunden Arbeit Horizon hingegen streben Gelb und zwei weitere Farben auf die Mitte zu und erzeugen ein Gefühl von Ausgewogenheit, während das Auge dennoch in Bewegung bleibt. In einer anderen Arbeit entfaltet die dichte Anordnung feiner Linien erst bei längerer Betrachtung ihre räumliche Wirkung. Eder arbeitet prozessorientiert und entwickelt seine Werke häufig über mehrere Jahre hinweg in Schichten. Dabei fließen sämtliche Aspekte der visuellen Wahrnehmung ein: Farbe, Linie und Fläche stehen in einem engen Zusammenspiel und treten zugleich in Beziehung zu Raum und Lichteinfall. Seine Malereien überschreiten die Grenzen der Bildfläche und erzeugen eine Illusion von Bewegung.
In seinen Wandobjekten lotet Eder zudem die Möglichkeiten zwischen Tafelbild und Skulptur aus. Besonders deutlich wird dies in der ausgestellten Bildskulptur, in der sich zweidimensionale und dreidimensionale Elemente verbinden: Einzelne Formen treten reliefartig aus der Fläche hervor und verwischen so die Grenze zwischen Malerei und Plastik. Christian Eder gelingt es, unsere gewohnte Art zu sehen zu hinterfragen und sich von scheinbar feststehenden Bedeutungen zu lösen. Seine Arbeiten laden dazu ein, Sehen nicht als gegeben hinzunehmen, sondern als offenen, stets neu verhandelbaren Prozess zu begreifen.
Christian Eder wurde 1964 in Bregenz geboren. Er lebt und arbeitet in Wien, Illmitz und Bregenz. Studium an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und Universität Wien (Diplom) von 1994 bis 2000. Seit 1996 Ausstellungen in und außerhalb Österreichs. Eders Arbeiten bewegen sich im Feld der Konkreten und Konstruktiven Kunst sowie der geometrischen Abstraktion.