Bianca Phos: Gritty Glancing
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
“Phos’ jüngstes Interesse an Sand und Glas verlagert die Fragestellung auf die Ebene der Materie selbst – als würde die Arbeit zunächst danach fragen, woraus unsere Instrumente bestehen, bevor sie fragt, welche Aufgaben sie erfüllen. Silikate aus unterschiedlichen geografischen Herkünften und industriellen Prozessen werden in Glasröhren aufbewahrt; sie erscheinen wie Proben und verweigern zugleich die Stabilität, die man gewöhnlich mit Daten verbindet. Sie können aufgewühlt, verschoben und erneut in Bewegung versetzt werden. Was sie registrieren, ist nicht Zeit als neutrale Einheit, sondern Zeit als Schichtung, als Rückstand und als langsame Akkumulation. Das Sandstrahlen – jener Prozess, bei dem Metalloberflächen abgetragen und behandelt werden – spiegelt diese Logik wider. Es ist eine Entfernung, die zur Formgebung wird, eine Abrasion, die Sichtbarkeit erzeugt.Da Glas selbst aus Sand hergestellt wird, führt jedes Gefäß das Material auf seinen eigenen Ursprung zurück und erzeugt einen geschlossenen Kreislauf, der sich niemals vollständig schließt. Sand wird zugleich zu Baumaterial, industrieller Ressource, technologischem Substrat und mnemonischer Spur. In diesem Sinne beschreibt die Arbeit keine stabile Beziehung zwischen Mensch und Material, sondern eine instabile, unfixierte – eine, in der Behälter und Inhalt, Materie und Erinnerung, Körper und Infrastruktur sich fortwährend ineinander falten.”
Zu Gritty Glancing wird ein begleitender Text von Mirela Baciak erscheinen.