Aufhören. Können

Theorie Zivilgesellschaft Konferenz
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3 Termine
Mittwoch 10. Juni
10. Juni
Mi
15:00
Konferenz bis 19:00
Aufhören. Können
Donnerstag 11. Juni
11. Juni
Do
10:00
Konferenz bis 20:00
Aufhören. Können
Freitag 12. Juni
12. Juni
Fr
10:00
Konferenz bis 13:00
Aufhören. Können

Zum Auftakt des ifk Schwerpunkts Vor den letzten Dingen widmet sich die Konferenz den Schwierigkeiten und Freuden des Aufhörens. Hans Magnus Enzensberger hoffte 1989 auf mehr gesellschaftliche Anerkennung für »Helden des Rückzugs«, die er etwa in Michail Gorbatschow verkörpert sah. Das derzeitige politische Personal kultiviert hingegen oftmals – nicht nur geschlechterpolitisch problematisch – männlichen Dezisionismus und Aussitzen statt aufrechten Abgang. Auch in anderen machtimprägnierten Bereichen fällt das Aufhören schwer: So etwa das Beenden einer kohlenstoffbasierten, extraktiven Form der Energiegewinnung und des Wirtschaftens. Es fehlt zwar nicht an wissenschaftlichen Nachweisen dafür, dass, wenn man einfach weitermacht, viele Systeme kollabieren werden, Rückzug, gewählte Abstinenz oder Verzicht, um dem Zusammenbruch zu entgehen, erweisen sich aber vielerorts als unpopulär. Es scheint daher an der Zeit, sich eingehender mit der Kultivierung von Praktiken des Beendens im Kapitalozän zu befassen; mit ihrer Geschichte, mit ihren Wissensvoraussetzungen, ihren Selbsttechniken oder mit den Interdependenzen zwischen Theorieproduktion, Systemen und Praktiken. Wie sehen solche Praktiken, im Großen und im Kleinen, aus? Was gehört dazu und was braucht es, um sie zu lernen und einzuüben – und umgekehrt andere zu verlernen? Und nicht zuletzt ist Aufhören nicht nur eine Zivilisationstechnik, sondern mitunter auch eine Kunst.

Konzept: Karin Harrasser, Heike Paul

Teilnehmer*innen: Sophia Birchinger, Ulrich Brand, Elisabeth Bronfen, Ani Diesselmann, John von Düffel, Andreas Gehrlach, Julika Griem, Sait Matty Jaw, Fernando Jaramillo, Isabel Kalous, Thomas Macho, Jan-Philipp Reemtsma, Magdalena Schrefel, Anouschka Trocker, Andrea Vetter & Muerbe u. Droeg

Gefördert von der Stadt Wien


Programm
Mittwoch, 10 Juni 2026

15:00 Welcome and Introduction: Karin Harrasser and Heike Paul
15:30 Thomas Macho: Ein Koffer für die letzte Reise. Von Erinnerungen, Ausstellungen und Romanen
16:30 Julika Griem: War’s das? Schwellenangst und Schwellenkunst am akademischen Karriereende
18:00 John von Düffel: Das Wenige und das Wesentliche. Lesung und Gespräch (Keine Teilnahme via Zoom)

Donnerstag, 11 Juni 2026

10:00 Sophia Birchinger and Sait MattyJaw: Enabling Endings? Perspectives on Rupture, Transition and New Beginnings in The Gambia
11:00 Ulrich Brand und Fernando Jaramillo: Is There an End to Extractivism? The Colombian Case (Conversation in Spanish with English simultanious translation)
12:00 Ani Diesselmann und Karin Harrasser im Gespräch: Aufhören können im kolumbianischen (Post)konflikt
14:30 Haus des Wandels, Andrea Vetter & Muerbe u. Droeg: Angewandte Ver-/Entzauberung. Degrowth in Theorie und Praxis
16:30 Isabel Kalous: ›Stop Having Kids‹!? Kultur- und literaturwissenschaftliche Perspektiven auf Nicht-Mutterschaft
17:30 Andreas Gehrlach: Die Axt ins Meer schmeißen
19:00 Magdalena Schrefel und Anouschka Trocker: Das Blaue vom Himmel. Leseperformance mit Sound (Keine Teilnahme via Zoom)

Friday, 12 June 2026

10:00 Jan-Philipp Reemtsma: Die Kunst aufzuhören
11:00 Elisabeth Bronfen: Was es heißt, aufzuhören – Laut Shakespeare
12:00 Roundup

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