Auch für Nichtschwimmer

Öffentlichkeit Zivilgesellschaft Geschichte Ausstellung
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2 Termine
Donnerstag 5. März
5. März
Do
12:00
Open House bis 18:00
Auch für Nichtschwimmer
Freitag 6. März - Samstag 5. September
Fr 6. März -
Sa , 5. Sep.
Ausstellung
Auch für Nichtschwimmer

100 Jahre Amalienbad und das Bäderwesen im Roten Wien

Im Juli 2026 feiert das Amalienbad seinen 100. Geburtstag. Der Waschsalon Karl-Marx-Hof nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, in das Bäderwesen im Roten Wien einzutauchen.

Wir besuchen all jene städtischen Badeanstalten, die den Wienerinnen und Wienern während der Ersten Republik zur Verfügung stehen – die als „Tröpferlbäder“ bekannt gewordenen Volksbäder, die Strom-, Strand- und Sommerbäder, die Kinderfreibäder sowie die Hallen- und Warmbäder.

Ihre jeweilige Entstehungsgeschichte spiegelt die technischen Entwicklungen und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wider.

„Das Luxusbad der Arbeiterschaft“
Prunkstück der Bäderbautätigkeit im Roten Wien ist das prächtige Amalienbad. 1923 beschließt die Gemeindeverwaltung den Bau einer „modernen Badeanlage in Favoriten“, die die größte in Wien werden soll.

Bereits am 8. Juli 1926 kann Bürgermeister Karl Seitz das nach der Favoritner Gemeinderätin Amalie Pölzer benannte Bad eröffnen, in dem auch eine Heil- und Kurabteilung – die erste in einer städtischen Badeanstalt – untergebracht ist.

Hygiene und Badespaß für alle
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ist das Baden ein „Luxusbedürfnis der Reichen“.
1887 eröffnet „probeweise“ das erste „Tröpferlbad“ in der Mondscheingasse im 7. Bezirk. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstehen 18 weitere Volksbäder.

Im Roten Wien werden diese nur rudimentär ausgestatteten Einrichtungen modernisiert und ausgebaut. Es entstehen zwei neue Volksbäder und als Ergänzung dazu errichtet die sozialdemokratische Gemeindeverwaltung in vielen der neuen Wohnhausanlagen ein Gemeinschaftsbad.

Strombäder – Baden im Kanal

Nachdem zu beiden Seiten des Donaukanals Hauptsammelkanäle errichtet werden, stehen der Schaffung von Strombädern „keine hygienischen Bedenken mehr entgegen“. Im Roten Wien gibt es ein Strombad bei der Aspern-, der Rotunden- und der Augartenbrücke sowie das Strombad Nußdorf unterhalb der Nußdorfer Schleuse.

Das Bad im Kuchelauer Hafen, das ebenfalls zu den Strombädern zählt, ist an den Wochenenden ein „beliebtes Ausflugsziel zahlreicher badelustiger Wiener“. Großer Popularität erfreut sich auch das Strombad zwischen Schweden- und Aspernbrücke, das vor allem unter der Woche von Arbeitern und Angestellten der umliegenden Geschäfte frequentiert wird.

Strandbäder und Sommerbäder

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts übernimmt die Gemeinde das vom Naturheil­kundler Florian Berndl gegründete Gänsehäufel und baut es zum größten Freibad des Kontinents aus.

In den westlichen Bezirken Wiens, die „mangels natürlicher Gewässer“ unterversorgt und „nur äußerst spärlich mit Sommerbadeanstalten bedacht“ sind, entstehen gleich mehrere große Bäder – 1923 das Krapfenwaldlbad, 1926 das Ottakringer Bad, 1927 das Hohe-Warte-Bad sowie 1928 das Kongreßbad.

Kinderfreibäder – für viele „der schönste Ferienaufenthalt“

Sieht man von einem ersten Vorläufer ab, der 1917 in einem Staubecken des Wienflusses in Hütteldorf eingerichtet wird, sind die Kinderfreibäder eine Errungenschaft des Roten Wien. Finanziert werden sie über die sogenannten „Breitner-Steuern“. Bis 1933 entstehen insgesamt 23 Kinderfreibäder, meist inmitten von städtischen Parkanlagen, möglichst neben dem „gewohnten Spiel- und Tummelplatz der Kinder“.

Von 1913 bis 1932 steigt die Besucherzahl in den städtischen Bädern von vier auf knapp elf Millionen. Das Baden ist nun endlich kein „Luxus der Reichen“ mehr.

Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür: Donnerstag, 5.3.2026, 12 – 18 Uhr

Die Kurator:innen sind anwesend.

Überblicksführungen um 13 Uhr und 15 Uhr

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