artVideoLoop: Ursula Maria Probst & Raashish India
Verbindung zu esel.at
Eröffnung gemeinsam mit anderen MQ Schauräumen
“Smash capitalism, make world peace.” (Adhil Kumar, Studentin, Kochi, Indien)
„Do you know that we are all affected by war? Even wether we are directly involved or not, wether we want to be or not. Even if we leave far away from the war on the other side of the world. We are still connected with it. War works like the butterflyeffect. Yes butterflyeffect. A decision made in one country shakes market in another. A bomb tropped in one city raises food prices in distant villages. Rising prices, inflitation, it moves to all of us.” (Kiriti Soha, artist, Bangladesh)
“MIR does not mean just peace it also means world. For peace to come it really has to all-encompassing. It has to be everywhere in the world.” (Dasha Estfeva, Friedensaktivistin, International University, Wien)
“Peace means that there are no potential dangerous things around.” (Ziliä Qansura, Künstlerin, Baskortostan)
“For me peace is my own state of mind. I experience peace when my mind and my heart are in peace and in harmony with myself. It naturally brings peace to my surroundings, to my children, to my neighbours even to streetdogs and streetcats. (Reiko Shimizu, Künstlerin, Japan/Brasilien/Indien)
“Peace is the time between happiness and sadness. The balance between is peace. Too much happiness disrupts our peace.” (Tithi Moni Halder, Künstlerin, Bangladesh)
Eine Million Kinder von 5.000 Schulen meditieren im Wat Phra Dhammakya/Thailand Anfang 2026 für den Weltfrieden. Geschockt von der eskalierenden Gewalt und Brutalität mit der Genocide und Völkermorde gegenwärtig verübt werden, wirft das Videoprojekt PEACE STARTS WITH A SMILE die Frage nach Frieden politisch, ökologisch und persönlich auf. Stimmen aus verschiedenen Kulturen, Bedürfnissen und Gewohnheiten sind in dem von Ursula Maria Probst & Raashish India initiiertem Video PEACE STARTS WITH A SMILE miteinander vereint. Gibt es in einer Welt, in der das Ungleichgewicht wächst, einen Kanon des Friedens? Die Teilnehmer:innen schreiben Frieden in ihrer Muttersprache und deren Schriftbild auf ein Blatt Papier. In ihren Aussagen reflektieren sie ihren persönlichen Zugang zum Frieden auf unterschiedliche Weise, zwischen ihrem täglichen Einsatz friedensstiftender Praktiken und Hoffnungen, politischen Agenden, ökologischen Anspannungen und Akten des Widerstands. Wir stehen vor komplexen gesellschaftspolitischen Herausforderungen, darunter das Aufkommen neuer politischer Realitäten. Wie lässt sich dem anhaltenden Mangel an einer Politik des Friedens im großen Kriegsgeschäft entgegenwirken?
Das Video PEACE STARTS WITH A SMILE von Ursula Maria Probst & Raashish India ist Teil eines Projektes, das den Versuch startet, den Appell „Frieden“ (ein Zustand nach dem wir uns alle sehnen) in möglichst vielen Sprachen der Welt aufeinandertreffen zu lassen. Das Konzept für das Video basiert auf intensiven persönlichen Gesprächen und/oder dem schriftlichen und mündlichen Austausch mit internationalen Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen via Social Media, die sich für Frieden engagieren und selbst teils künstlerisch Friedensprojekte realisiert haben wie beispielsweise der aus Kashmir stammende Künstler Inda Salim in Zusammenarbeit mit Laura Martin in der Installation Peace Game (2004) in Dehli.
Probst und India haben infolgedessen Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen gebeten, Frieden in ihrer Muttersprache auf ein Blatt Papier zu schreiben, dieses zu photographieren und ihnen zu schicken oder das Blatt mit der Hand gegen die Kamera zu halten. Einige der Künstler:innen haben Aufnahmen von Frieden in ihrer Muttersprache und Videoperformances geschickt. Auf andere sind die beiden während ihrer Reisen durch Indien, Sri Lanka, Taiwan, Bangladesh, Nepal, Singapur, Australien, Thailand selbst getroffen. In Wien wurde das Projekt in den realen Umraum erweitert, indem Jugendliche und Erwachsene direkt auf Plätzen oder in der U-Bahn gefragt wurden, was Frieden in ihrer Muttersprache heißt, um Frieden infolge ebenfalls auf ein Blatt Papier zu schreiben und sie via Video aufzunehmen.
Daraus ergaben sich interessante Gespräche. So war beispielsweise eine der Reaktionen „Oh darüber muss ich jetzt nachdenken, wir verwenden das Wort nie“. In Mandarin gibt es für Frieden verschiedene Begriffe wie anning, ping’an oder heping. „Mir“ bedeutet in vielen slawischen Sprachen Frieden aber auch Welt. Probst und India wurden besonders darauf aufmerksam gemacht, dass sich im ukrainischen die Prononcierung verändert und die Betonung auf e liegt. „Mir“ steht im bosnischen auch für Stille und Ruhe und spielt in der Trauerarbeit eine wichtige Rolle.
Probst und India ist es wichtig, dass die Teilnehmer:innen des Projektes „Frieden“ in ihrer Muttersprache und in ihrer Handschrift schreiben, sodass es einen Signature-Charakter bekommt. In einer Welt in der zunehmend Englisch als Kommunikationssprache dominiert und unseren Wortschatz verändert, finden sie es wichtig, die Diversität unterschiedlicher Sprachen sichtbar zu machen. Gegenüber der steigenden Militarisierung in Sprache und Politik erscheint es außerdem notwendig, mehr zu einer Friedenskultur zu animieren, um dem Milliarden lukrierenden Kriegskapitalismus und der zunehmenden globalen Aufrüstung entgegen zu wirken.
Kurzer Exkurs zur Genese von PEACE und dessen Ableitung von SHALOM – SAALAM:
Der Begriff „PEACE“ leitet sich vom anglofranzösischen pes und dem altfranzösischen pais ab, was „Frieden, Versöhnung, Stille, Einigung“ bedeutet (11. Jahrhundert). Der anglofranzösische Begriff pes selbst stammt vom lateinischen pax, was „Frieden, Vertrag, Einigung, Friedensvertrag, Ruhe, Abwesenheit von Feindseligkeit, Harmonie“ bedeutet.Das englische Wort PEACE kam ab ca. 1300 in verschiedenen persönlichen Begrüßungen als Übersetzung des hebräischen Wortes shalom in Gebrauch, das laut jüdischer Theologie von einem hebräischen Verb stammt, das „vollständig, ganz sein“ bedeutet. Obwohl „PEACE“ die übliche Übersetzung ist, ist sie unvollständig, da shalom, das auch mit dem arabischen salaam verwandt ist, neben Frieden noch mehrere andere Bedeutungen hat, darunter Gerechtigkeit, gute Gesundheit, Sicherheit, Wohlergehen, Wohlstand, Gleichheit, Glück und Freundlichkeit sowie einfach die Begrüßungen „Hallo“ und „Auf Wiedersehen“.
Mit:
KWEKU OKOKROKO twi language ghana
ZILIÄ QANSURA baschkir baskortostan
DASHA ESTFEVA russian
DAVID BLUM austrian
PASCHA KOJAN russian
EMRAN SOHAL bengali bangladesh
CRISTIAN MESA spanish columbia
JEROME malayalam kerala india
REIKO SHIMIZU japanes
TITHI MONI HALDER bengali bangladesh
ADHIL KUMARS malayalam kerala india
ALI kurdish
EKATERINA SHAPIRO OBERMAIR jewish russian
MOHAMMAD palestinian
ISABEL LEWIS spanish domenican republic
ATTILA ZANIN hungary
MOBINA farsi
JOSEPH MANUEL filipino
OKSANA LEMISHKA ukrainian
ISABEL LEWIS american
BAYNES TEMESGEN MARYE hadery/amharsch/tigrga/ormo ethiopia
SIMON COUVREUR french
LAMINE CAMARA soussy guinea
AHMET M’BAYE wolof senegal
LALE turkish
MAIKO TAKAHASHI japenese
KARINE LA BEL haitian creole
SIMA ALKOK & MARIAM AL-ZAMILIMOV iraqi syrian arabic
SHUEN taiwanese
MARIANA VAZQUEZ Venezuela spanish
MONICA romanian
NIKLAS austrian
KRISTAPS KLEINBERGS latvian
JEREMY jamaican
MZAMO NONDLWANA zulu/xhosa southafrica
THAMI MAJELA se sotho southafrica
GATO DE SALTO portuguese brazil
JANANI CORRAY sinhala sri lanka
QING CAI mandarin
TAHMINA HAVIZ LISA bangla
AYE KO burmase
JIANAN QU mandarin
URSULA MARIA PROBST austrian
REBECCA RADO serbian
ALDO GIANOTTI italian
DASUKE TAKEYA jabenese
ELVEDIN KLACAR bosnian
GAIO YA mandarin
MIRAY SHINAN israeli
NANZI MEECHUMNA thai
PULAK K. SARKAR bangla
TARIQ BAHIR urdu
UMESHI RAJEENDRA tamil
ASIJA & JANNA FETAHOVIC russia
INES deutsch
INDER SALIM hindi + persian
STELLA CHIANG mandarin
PRAMILA LAMA nepali
VOIN VOINOV bulgarian
ZUHAL farsi afghanistan
AISWARYA SAJINI bengali
KIRITI SAHA bengali Bangladesh
Raashish India alias Ashish Ratore ist ein multidisziplinärer Künstler aus Rajasthan, Indien. Im Teenageralter wurde bei ihm Schizophrenie und Zwangsstörungen diagnostiziert. Er nutzt Kunst als Heilmittel und glaubt fest daran, dass Kunst bei der geistigen Heilung hilft. Seine Forschungsschwerpunkte sind Verhaltenskunst, Naturverbundenheit, politische, soziale und kommunikative Distanz. Er hat an Kunstfestivals und Residencies teilgenommen und Workshops in Schulen und Universitäten in Indien und im Ausland organisiert.
Ursula Maria Probst Kulturarbeiterin, Performerin, künstlerische Leiterin für zeitgenössische Kunst FLUCC. Center for Arts and Communities, Kuratorin, Kunstkritikerin, Lektorin, Kunsthistorikerin, Stadtforscherin mit den Schwerpunkten Gender, Biodiversität, Heilkraft der Kunst und Gemeinschaftsprojekte. Seit 2018 AIR- und Forschungsprojekt BODY EMBEDDING mit Hongwei Duan mit Performances in Myanmar, Indonesien, Bangladesh, Mexiko, Thailand, Vietnam, Nepal, China, Sri Lanka, Malaysia, Indien. Seit 2017 Transcultural Emancipation. Performances & Projekte in Brasilien, Panama, Kuba, Chile, Argentinien, Guatemala, Peru, Kolumbien, Ukraine, Bulgarien, Deutschland, USA, Russland, China. Kunstkritikerin (Kunstforum International, Spike, dérive), Kurator (KulturKontakt Austria, BKA, Vienna Artweek, Kulturdrogerie, Galerie Krinzinger, K/haus, Kunstraum NÖ, public art Niederösterreich, KÖR). 2026 Crossing Latitudes Singapur, NOBODY IS FREE UNTIL EVERYBODY IS FREE, Kochi/India. TIOFFSP, Britto Arts Trust, Dhaka, Bangladeh. 2025 CRACK ART CAMP BANGLADESH. Kathmandu International Performance and Art Festival. 2024 Teilnahme an ASIATOPIA, Bangkok; CRACK Art Camp, Bangladesh, Baguashan Power Art Festival X, Taiwan, Bahavorial Art Festival, Indien, BODY EMBEDDING Beijing; Don’t talk about us without us, MQ, Summerstage, Wien; Get Care Now, KÖR, New York; Care on Earth. Wer ist der Nebel, wer macht mit, wer kümmert sich darum?,Ecologies of Work. Flucc Wien. 2023/24 SUPER NATUR, Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich, 2023 Auf der Suche nach dem urbanen Alterego, KÖR; 2024 Teilnahme an ASIATOPIA, Bangkok; CRACK Art Camp, Bangladesh, Baguashan Power Art Festival X, Taiwan, Bahavorial Art Festival, Indien, BODY EMBEDDING Beijing; Don’t talk about us without us, MQ, Summerstage, Wien; Get Care Now, KÖR, New York; Care on Earth.Wer fehlt, wer macht mit, wer kümmert sich darum?, Ecologies of Work.Flucc Wien.2023/24 SUPER NATUR, Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich, 2023 Auf der Suche nach dem urbanen Alterego, KÖR; Die Zukunft beginnt heute, Festival der Regionen; Teilnahme am Performancefestival ASIATOPIA.2013-2019 Transkulturelle Emanzipation mit Artists in Residence von KulturKontakt Austria/BKA, 2018 Artist in Residence Projekt Q21, frei_raum MQ Wien