Arnošts Lebensreise
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Anlässlich des 100. Geburtstags von Arnošt Lustig präsentiert die Galerie auf der Pawlatsche des Wiener Instituts für Slawistik die Ausstellung Arnošts Lebensreise, die durch Fotocollagen der Künstlerin Eliška Soffer Podzimek und Texte der Schriftstellerin Markéta Pilátová einen einzigartigen Einblick in das Leben des bekannten tschechischen Autors gewährt.
Die Ausstellung basiert auf dem gleichnamigen grafischen Roman, der 2023 im Odeon-Verlag erschienen ist und im Sommer dieses Jahres auch den deutschsprachigen Leser:innen zugänglich sein wird (Ernst und Lustig. Arnošt Lustigs Lebensreise. Karl Rauch Verlag, 2026). Meisterhaft verfasste „fiktive“ Gespräche des Schriftstellers Arnošt Lustig mit seinen Kindern Eva und Josef erzählen von der Lebensreise eines Mannes in die Freiheit, ohne die der Mensch „nur ein gut gekleidetes und in einer menschlichen Sprache sprechendes Tier“ ist.
Die Vernissage findet in Anwesenheit von Eva Lustigová statt.
Arnošt Lustig, tschechischer Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Pädagoge, geboren in Prag. Seine Werke wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt. Arnošt Lustig wurde für die wichtigsten Literaturpreise nominiert: für den Nobel- und Pulitzer-Preis sowie für den International Booker Prize. Als Holocaustüberlebender hat er sein Werk hauptsächlich dem Thema der Shoah gewidmet. Von den Nationalsozialisten wurde er dreimal zum Tode verurteilt, von den tschechoslowakischen Kommunisten zu einer Freiheitsstrafe. Über zwanzig Jahre lang stand er im Heimatland auf der Liste der verbotenen Autoren und lebte im Exil. Im August 2020 gründeten seine Kinder, Eva und Josef, den Arnošt-Lustig-Stiftungsfonds, um sich für die humanistischen und demokratischen Werte einzusetzen, die Arnošt Lustig mit seinem Leben und Werk vertritt.
Eva Lustigová, wurde am 22. August 1956 in Prag geboren. Ihre Eltern waren Arnošt Lustig und Věra Weislitz Lustig. Als sie zwölf Jahre alt war, wanderte sie mit ihrer ganzen Familie nach Israel aus. Ein Jahr lang lebten sie in Haifa und anschließend ein Jahr lang im jugoslawischen Zagreb. Im Jahr 1970 zogen sie in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo sie bis 1991 lebte, als sie ein Angebot annahm, für die UNO in Genf zu arbeiten. Sie war im Programm zur weltweiten Bekämpfung von AIDS tätig und später auch in der Abteilung für Geschlechtergleichstellung. Seit ihrer Pensionierung widmet sie sich der Pflege des Vermächtnisses ihres Vaters, des Schriftstellers Arnošt Lustig.
Die Vernissage findet am 27.5.2026 um 18:30 Uhr statt.
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit des Arnošt-Lustig-Stiftungsfonds mit der Gedenkstätte Theresienstadt im Rahmen des FestivALs100. Gefördert durch den Zukunftsfonds der Republik Österreich.