Archiv des Zuhörens mit und für Ottakring
Zivilgesellschaft Geschichte Workshop
Verbindung zu esel.at
Von April 2025 bis September 2026 verwandelt das partizipative Projekt Archiv des Zuhörens den Wiener Sandleitenhof und den Bezirk Ottakring in ein Experimentierfeld des Zuhörens, der Erinnerung, des Geschichtenerzählens und der kollektiven Reflexion. Das vom Verein Citizen Carol initiierte und von den Kulturwissenschaftlerinnen Martina Gimplinger und Bahar Zamani geleitete Projekt versteht Zuhören als einen ethischen und transformativen Akt, der ungehörte, komplexe und intime Lebensgeschichten offenlegen kann.
Das Herzstück des Projekts ist die Begegnung mit den Bewohner*innen von Ottakring: etwa durch aufgezeichnete Lebensgeschichten, gemeinsame Workshops und die Auseinandersetzung mit nicht beachteten historischen Dokumenten, wie den Wohnungskündigungsakten der jüdischen Mieter*innen des Sandleitenhofs von 1938. Im Rahmen von lang andauernden Gesprächen wollen wir Lebensgeschichten sammeln und einen intimen Raum schaffen, in dem sich Menschen willkommen fühlen, ihre Geschichten in ihren Sprachen zu erzählen.
Archiv des Zuhörens ist Teil des MA7-Förderprogramms „Zeitgemäße Formen des Erinnerns“, das der Zeithistorikerin Heidemarie Uhl gewidmet ist.
Martina Gimplinger, Mag. Dr. Phil., ist in Eberstalzell in Oberösterreich aufgewachsen. Sie ist promovierte Kulturwissenschaftlerin und setzt sich mit der Ethik des Zuschauens im Kontext von extremer Gewaltgeschichte sowie den Verbindungen zwischen Ästhetik und Erinnerung auseinander. Sie spricht Deutsch, Englisch und Französisch.
Bahar Zamani, M.A., ist in Azarshahr im Iran aufgewachsen. Sie ist Doktorandin an der Akademie der bildenden Künste Wien. Als Kulturwissenschaftlerin forscht sie zu Formen von Othering und spirituellem Widerstand im Kontext der Iranischen Revolution und ihrer eurozentristischen Wahrnehmung. Sie spricht Farsi, Aserbaidschanisch, Englisch, Deutsch und Türkisch.