Andreas Duscha: Eigengrau
Zeitgenössische Kunst Ausstellung
Verbindung zu esel.at
In der Ausstellung Andreas DUSCHA | Eigengrau untersucht der Künstler den sensiblen Grenzbereich zwischen physiologischem Reiz und kultureller Konstruktion. Der Titel verweist auf jenen Grauwert, den das Auge bei vollkommener Dunkelheit wahrnimmt, für DUSCHA ein Modell unserer heutigen Bildkulturen: Bilder dokumentieren die Welt nicht bloß, sie erzeugen die epistemologischen Ordnungen, durch die Wirklichkeit überhaupt erst sichtbar wird.
Die Ausstellung ist bereits die vierte Soloausstellung von Andreas DUSCHA in der Christine König Galerie und fungiert – wie so oft - als komplexer Wahrnehmungsapparat. Der Künstler hinterfragt in drei thematischen Räumen den Zerfall fotografischer Evidenz, die Erosion der Autorschaft und die Fragilität gesellschaftlicher Ordnungen sowie die Ambivalenz algorithmischer Bildproduktion. Von der Sprengung modernistischer Architektur über KI-generierte synthetische Auren bis hin zu den historischen Weberaufständen, die als Vorläufer unserer technologischen Gegenwart gelesen werden, entwirft DUSCHA ein Panorama des Kontrollverlusts und der visuellen Instabilität.
Eine neue permanente Fassadenarbeit bei KOENIG2 by_robbygreif übersetzt historische Gaunerzinken in ein narratives Zeichensystem des Kunstmarktes und verdichtet damit Fragen von Sichtbarkeit und ökonomischer Macht auf architektonischer Ebene.
Eigengrau ist eine Auseinandersetzung mit den Nachbildern kultureller Wirklichkeiten und den Schwellenmomenten, in denen Dokumentation in Mythos kippt, Sichtbarkeit in Blindheit und Kontrolle in Auflösung. read more
(Valentina Schatzer, 2026)